Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296532
II. Zeitr. 
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Versch. Manieren v.AFrancia an bis auf d. Caracci. 
wie die Geschichte, des Aeneas im Palast Favi. Noch mehr 
überrascht der Bogen zu Forli, für Clemens VIII. gemalt, wel- 
cher mehrere Thaten des Letztem enthält, und so viele Jahre im. 
Freien ausgestellt, doch noch wunderfrische Tinten hat. Merk- 
würdig ist, wie Malvasia diesen Maler empliehlt; er habe, 
sagt er, eine Manier, die befriedigt, gefällt, einnimmt, so 
reinlich und lieblich, wie irgend eine der besten toscaner 
Wandmaler. Ausgezeichnete Denkmäler von beiderlei lllalereien 
hat die grössere Karthiiusercapelle in Belogna, und der Be- 
schreiber derselben hat zugleich von dem Rechenschaft gegeben, 
was Cesi für die andern Karthausen gemalt, nämlich in Fer- 
rara, Florenz und Siena. Er wurde ven den Caracei und. 
den Künstlern allgemein geachtet und geliebt wegen seiner Ehr- 
lichkeit und Kuustliebe. Mehr seiner, als anderer Bemühung 
Schreibt man es zu, dass 1595 die Illaler von den Schwert- 
fcgern, Sattlern, Scheidefertigcrn getrennt wurden, mit wel- 
chen sie mehrere Jahrhunderte eine Zunft ausgemacht hatten, 
und dass, als nun eine neue von Malern und Baumwollarbei- 
tern gebildet wurde, die nicht ausgeschlossen werden konnten, 
diese unter den Malern im Bange standen; auch "bewilligte er" 
 damit lllalvasiais Worte nicht entstellt werden  "dass 
ihr vorantretenxler lerbeerbckriinzter Zunftmeister mit einem 
200 und mehr Saudi kostendeu kaiserlichen reichen Gewande 
bekleidet würde." 
Cesare Aretusi, vielleieht Sohn des Pcllcgrino Mu- 
nuri  s. Th. Il. S. 274.  war ausgezeichneter Coloris-t 
in venediger Geschmack, in Erfindungen aber unfruchtbar und 
ungeschickt; Gio. Batista Fiorini dagegen vorzüglich in 
Erlindung", unbedeutend im Colorit. Die Freundschaft, welche 
Freundesgiiter vergemeinsamt, luaehte aus ihnen, was die grie" 
Pbische Blumenlese von jenen zwei Armen erzählt, deren der 
eine blinde und rüstige den andern sehenden Lahmen auf dem 
Rücken trug und, während er dem Freunde die Füsse, die- 
Ser ihm dagegen die Augen lieh. So lieferten auch diese Ma- 
ler, die getrennt nicht viel vermochten, vereint verdienstliche 
Ilialereien. Der Uüagzveiserl in Bologna trennt sie selten, und 
bei jedem Gemälde, das man dem Aretusi zuschreibt, glaube 
ich, muss man sich immer nach einen: Gehülfen umsehen. Sn 
gilt zu S. Afra in Breseia eine Geburt U. L. F. für seine Ar- 
D
        

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