Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296522
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Sphule. 
Stylen zu nennen. Er lebte in Aneona, nachher in Came- 
rino, und dort, wie in der Umgegend sind Arbeiten von ihm. 
Von einem andern Bologner jener Zeit ist auch in Ancona 
eine Darhringung des Jesukinds im Tempel am Hochaltar zu 
S; Jacopo. Die. Unterschrift giebt ihn an als in Breseia 
wohnend: F. T-ilmrtius Balrlinus Bonvnierasis F. Brixizze 
1611. Das Jahr heweiset, dass er diesem Zeitraum angehört. 
Sein Geschmack verriith, wie mich der launstirerstiindige H. 
Ritter Boni belehrt, die gute Schule des sechzehnten Jahr- 
hunderts, er ist prachtvoll im llailwisrlaliehen, reich in Zusam- 
menordnung, klar in der Wirkung; nur im Fleisch und im 
durchgehenden Ton der Tinten scheint er etwas kalt. Einen 
gab es, der sichis zum Grundsatz gemacht hatte, seines Cal- 
vart Styl mit keinem andern zu vertauschen, nämlich Vin- 
cenzo Spisano, auch lo Spisanelli genannt. Doch ist 
er in der Zeichnung nicht so gediegen und wahr, vielmehr 
eigenwilliger und manierirter, als irgend einer jener Zeit. 
Auch die Tinten seiner Schule behält er nicht überall bei, son- 
dern weicht durch etwas Bleifarbiges davon ab, das indess 
nicht unangenehm ist. Seine Altarbilder in Bologna und den 
benachbarten Städten gefallen weniger, [als seine in Bologna 
sehr häufigen Cabinetbildchen, die er immer sehr lieblich mit 
Landschaft ausstattete. Man hat öfter bemerkt, dass diejeni- 
gen, welche wie Zuccaro und Cesari arbeiteten, im Klei- 
nen sich selbst übertrafen. 
Auch Bartolommeo Cesi ist eines der Sehulenhiiuptcr, 
welche den Caraecisten den Weg zu guter Behandlung ebne- 
ten. Von ihm lernte Tiarini die Wandmalerei und seine 
Arbeiten gaben G'uido den ersten Anstoss zu Eriindung seiner 
lieblichen und artigen Manier. iVer eine Arbeit von C esi 
betrachtet, wird oft ungewiss, ob es nicht eine vom jungen 
Guido sei. Er wagt wenig, schöpft alles aus der Natur, 
wählt in jedem Alter schöne Formen, und hebt sie wenig 
durch Idee; die Falten sind karg, die Gebärden bemessen, die 
Tinten lieblicher, als starkf Seine Bilder zu S. Jacopo und 
S. Martino sind sehr artig; und Guido soll sie in früher 
Jugend oft stundenlang betrachtet haben. Kräftiger ist er wol 
in Wandmalerei, wo er auch iigurenreiche Seenen mit Ur- 
theilskraft, Mannichfaltigkeit und Kunstgewalt behandelt hat,
        

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