Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296474
II. Zeitr. 
Versch. 
Manieren v. Francia an bis auf d. Caracci. 
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Lorenzo Sabbatini, auch Lorenzin di Bologna 
genannt, ist einer der artigsten und zärtesten Maler seines 
Jahrhunderts. Ich habe Gallerieaufseher, welche sich von Sei- 
nen im besten römischen Geschmack gezeichneten und gedach- 
ten, wieivol immer schwach eolorirten heiligen Familien täu- 
schen liessen, ihn für RaffaeVs Schüler ausgeben hören. 
Auch heilige Jungfrauen und Engel in Cabinetstücken habe 
ich von ihm gesehen, die P armigianinws Arbeit scheinen. 
Nicht anders malte er Altarbilder. Das berühmteste ist der 
heil. Michael, welchen von einem Altar in S. Giaeomo Mag- 
giore Agostino gestochen hat und seiner Schule als Muster" 
von Liebliehkeit und Anmuth aufstellte. Auch treillicher Wand- 
maler war er, richtig in Zeichnung, reich an Eriindungen, in 
allen Gattungen der Malerei bewandert und, was wunderswerth 
ist, sehr fertig und schnell in der Ausführung. Dieser Gaben 
wegen hatte er nicht nur in vielen vornehmen Häusern seines 
Geburtsorts zu thun, sondern gefiel, nach Baglione, auch 
in Rom sehr, wohin er unter Papst Gregor Xlll. ging. Auch 
sein Nacktes wurde sehr gelobt, wiewol er sich damit in B0- 
logna nicht besonders befasst hatte. In der Paulscapelle stellte 
er Pauls Erlebnisse dar; im königlichen Saal den Glauben, der 
den Unglauben besiegt; in der Gallerie und den übrigen Hal- 
len allerlei, stets in lilitiverbung mit andern Meistern, und immer 
mit Beifall. S0 ward er unter den vielen Künstlern, die da- 
mals allerwärts in Rom zusammenströmten, zum Vorsteher der 
Arbeiten im Vatiean gewählt, in welchem Amte er noch in 
frischen Jahren 1577 starb.  
Nicht glaublich ist, dass, wie Einige behaupten, Giulio 
Bonasone sein Schüler gewesen, der seit 1544 in Kupfer 
stach, Doch scheint er sich in spätem Jahren erst auf die 
Malerei gelegt zu haben; denn einige Bilder auf Leinwand sind 
meistens schwach und in verschiedenen Stylen. In Sabbati- 
ni's Geschmack ist zu S. Stefano ein Fegefeuer von ihm, das 
sehr schön, und, wie man glaubt, mit L0renzin0's Iiiilfe 
gemalt ist. Auch von Cesare Aretusi, Felice PüSquq- 
lini, Giulio Morina zeigt man Bilder, welchen man statt 
ihrer Sabbatinfs Namen geben könnte; so viel hat! er 
daran gethan. Dieser Letzte und Girolamo Mattioli wur- 
den Jünger der Caracci, als diese immer berühmter wurden.
        

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