Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296465
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bolognxer Schule. 
tigkeit, einelKleiderpracht, eine Grossartigkeit entwickelt, die 
Paoloßs Style nahe kommt; einem Werke, welches den Na- 
men des Künstlers mit goldenen Buchstaben führt. Aber sein 
grösstes Ansehen erwarb er sich durch seine Kunst, Bildnisse 
zu malen, die in Bildersanmxlungen noch jetzt immer mehr 
geachtet werden, als seine Kirchenbilder. Dieser Gabe wegen 
stellte Buonarroti ihn Julius lll. vor, der ihn unter seinen 
Hofmalern anstelltc. Auch Julius drei Nachfolgern diente er 
und war als einer der besten Billlnismaler seiner Zeit ge- 
achtet.  
Seine Tochter und Schülerin war Lavinia Fontana, 
auch von der imolaischen Familie, worein sie heirathete, 
Zappi genannt. Auch sie hat in Rom und Bologna einige 
Kirchenbilder geliefert, die hinsichtlich des Colorits im Style 
des Vaters sind, in Zeichnung und Gedanken  aber minder 
Wglüeklich. Sie kannte sich, wie Baglioneibelnerkt, und 
suchte durch Bildnisse berühmt zu werden, in welchen sie von 
Einigen den: Prospero vorgezogen wird. Unstreitig arbei- 
tete sie dieselben mit einer gewissen weiblichen Geduld aus, so 
dass sie jeden Gesichtszug, jede Kunstfeinheit im Anzuge 
treuer Wiedergaben. Sie ward liialcrin Gregors Xlll. und vor- 
züglich von römischen Frauen gesucht, deren Putz sie besser, 
als ein Mann in der Welt, darstellte. Es gelang ihr mit so 
süsscm Pinsel zu malen, vorzüglich als sie die Caracci ken_ 
nen gelernt hatte, dass manches Bildnis von ihr für Guido's 
Arbeit gegolten hat. Mit gleicher Feinheit hat sie auch einige 
Cabinetstücke gemalt, wie die heilige Familie für das Escu- 
rial, welche Mazzolari ausserordentlich lobt; und die Köni- 
gin von Saba auf Salomons Throne, die ich in der Sammlung 
de weiland March. Giacomo Zambeccari sah. Darin sind wie 
allegorisch der {Herzog und die Herzogin von Mantua mit vie- 
len Herren und Frauen ihres Hofs, prachtvoll gekleidet, VOfgg- 
stellt. Dies Bild, könnte der venediger Schule Ehre machen, 
Solcher Naturgabe gemäss ist sie gegen die Nachwelt nicht 
karg mit ihren Bildnissen gewesen, die noch in der florenzei- 
und einigen andern Sammlungen zu sehen sind. Keins ihrer 
Bildnisse aber ist lebendiger und sprechender, als das, welches 
die Grafen Zappi in Imola von ihr haben, nebst dem gleich- 
falls von ihr gemalten des Prospcro in hohem Alter.
        

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