Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296453
II. Zeitr. 
Versch. Manieren v. Francia an bis auf d. Caracci. 
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Wiihrend die drei Genien der bologner Schule, die bei- 
den ersten in Frankreich, der dritte in Mailand und nachher 
in Spanien sich aufhielten, schritt die Malerei in Bologna nicht 
fort, sondern reriiel vielmehr. Im Jahr 1569 waren drei Mei- 
ster dieser Kunst, welche Vasari iangiebt, Fontana, Sab- 
hatini, und Sammacchini, den er Fumaccini nannte. 
Warum er Ercole Procaccini, einen, wenn nicht geistrei- 
ohen, doch höchst fleissigen Maler übergangen, kann ich nicht 
sagen. Nur das weiss ich, dass Lomazzo, als er in Mai- 
land mit ihm lebte, seiner sehr ehrenvoll erwähnte und unter 
seinen Schülern Sabbatino und Sammacchini nannte. 
Von Eircole und den Söhnen will ich nicht wiederholen, was 
ich schon bei der mailündischen Schule gesagt habe; sondern 
gehe zu den Andern über und fange mit Fontana an, dem 
Hauptgrunde des angedeuteten Verfalls. 
Er füllte mit seinem langen Leben den ganzen Zeitraum 
aus, von welchem wir hier handeln, ja er überlebte ihn noch. 
Geboren, als Francia blühte, von Imola erzogen, der ster- 
bend ihn erkor, ein, Bild zu vollenden, nachher lange G9- 
hülfe Vagafs und Vasarüs, wirkte und lehrte er immer- 
fort, bis seine ehemaligen Schüler, die Caracci, ihm Auf. 
träge und Jünger entrissen. Daran war er selbst schuld, Da, 
er üppigen Aufwand liebte, diese Pest alles Künstlerrufs, so 
konnte er ihn nur ausführen durch überhüufte und nachlässige 
Arbeiten. Er war gedankenreich, kühn, und gebildet, um in 
Rüstgemiilden Glück zu machen. So entsagte er denn Fran- 
eucoPs Fleisse und nahm Vasariis Methode an, malte 
vicle Wandbilder in kurzer Zeit und fast in demselben Ge- 
schmack. Seine Zeichnung ist nachlässiger, als die des Va- 
sari, die Bewegungen feuriger, die Farben gilblich und eben 
so satt, nur etwas zärter. In der Stadt Castello ist im Hause 
Vitelli ein Saal voller Familienthaten, den er in wenig Wg- 
chen malte, wie Nlalvasia sagt und allerdings die Arbeit selbst 
bestättigt. Aehnliche, oder nicht viel bessere Beispiele kom- 
men häufig in Rom vor auf der Villa Giulia, und in dem Pa- 
last Toscana auf dem Campo Marzio, wie in mehrern Häusern 
in Bologna. Gleichwol tritt er wieder anderwärts als ein 
hinsichtlich einer Zeit des Verfalls gar tüchtiger Mann auf; 
wie in seiner Erscheinung in alle Grazie, wo er eine Leich-
        

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