Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296439
II. Zeitr. 
Iüancia an bis auf d. Caracci. 
Versch. Manieren v. 
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Vater und Oheim, ehe er nach Bologna ging, als arme Mau- 
rer lebten. Man weiss nicht, wer den ersten Samen der Bil- 
dung in diese edle: Natur gestreut. Vasari führt als seine 
Erstlinge die Bilder im Speisesaal S. Michele in Bosco an, 
welche Tibaldi noch -als sehr junger Mensch nebst andern 
ausgewählten bologner Bildern abmalte. Hierauf führt er ihn 
1547 nach Rom, wo er ihn die besten dortigen WVerl-re studi- 
rcn lässt; nach dreijährigen: Aufenthalt bringt er ihn Wieder 
nach Bologna, sehr jung noch, aber in der Kunst gefördert. 
Sein Styl war grossentheils nach Michelangelo gebildet, 
grossartig, fleissig im Nackten, stark und glücklich in Ver- 
kiirzungen; in einer gewissen Zeit so markig und saftig, dass 
die Caracci ihn den verbesserten Michelangelo zu nen- 
nen pflegten. Im Institut zu Bologna ist die erste Arbeit, die 
er dort 1550 ausfiihrte und nach Vasariis Urtheil die beste, 
die er je geliefert. Es sind namentlich mehrere Fabeln ans 
der Odyssee. Diese Arbeit wurde mit der von Niccolinö, 
von welcher Bd. H. S. 276 f. die Rede war, ebenfalls für das 
Institut, prächtig von Antonio Burati. zu Venedig in Kun- 
pfer gestochen und Zanotti schrieb dazu das Leben beider 
blaler. Hier und im grossen Börsensaale zu Ancona, wo er 
nachmals den die Ungeheuer zähmcnden Herkules darstellte, 
lehrte er, wie man BuonarrotPs Schreckliches nachahmen 
müsse, mit der Furcht nämlich, es zu erreichen. Wie sehr 
auch Vasari diese Arbeiten lobt, die Caracci, welche für 
uns bessere Gewährmänner sind, haben uns mehr für Pelle- 
grinois YVerke zu S. Jacopo eingenommen; diese studirten 
sie und ihre Schüler höchst aufmerksam. Eins ist Johannis 
Predigt in der Wüste; das andere die Scheidung der Auser. 
wählten von den Verworfenen, wo Pellegrino im Gesichte 
des Himmelsboten, der sie kund thut, seinen Michelangelo 
dargestellt hat. Welche Schule ist hier für Zeichnung und 
Ausdruck! welche Kunst in der Vertheilung, Mannichfaltigkeit 
und Gruppirung so vieler Figuren! Andere minder bekannte, 
des Stiches aber wol eben so würdige geschichtliche Bilder, als 
die bologncr, malte er in Loreto und mehrern umliegenden 
Städten; wie die Ankunft Trajans in Ancona bei den Marche- 
sen blaneinforte, und mehrere Thaten Scipios, die mir zu Ma- 
cerata der Marchese Ciccolini in einem Saaie zeigte. Dies Werk
        

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