Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296426
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
der Baukunst, doch in Kenntniss der schönen Kunst überhaupt 
war. Seine Arbeiten in Frankreich wurden von Felibien be- 
schrieben, und aus dieser Feder floss auch das ihn schmük- 
kende Lob, dass die Franzosen dem Primaticcio und Nic- 
colb (delV Abate) viele schöne Werke verdanken, pnd man 
wol sagen könne, sie seien die Ersten gewesen, welche römi- 
schen Geschmack 4) und die schöne Idee-von alter Malerei und 
Bildnerei nach Frankreich gebracht haben. [m Te zu Mantua 
ist von ihm die von Vasari so sehr gepriesene Gypsverziernng; 
minder gewiss zeigt man auch einige Bilder daselbst. Aber 
diese sind in Italien und selbst in Bologna höchst selten. In 
der grossen zambeeearischen Sammlung ist eine Musikaudüh- 
rung von ihm, bestehend aus drei weiblichen Figuren, wo 
alles bezaubert, Formen, Gebärden, Farbe, geschmackvoller, 
leichter und sparsamer Faltenwurf, und eine gewisse Eigen- 
thümlichkeit des Ganzen, die das Auge beim ersten Blick ge- 
winnt. Als er starb, hinterliess er zu Ausführung seiner gros- 
sen Arbeiten Niceolö Ab ati, auch dell" Abatc genannt, 
weil er ihn Bologna entführte und ihm ein besseres Fortkom- 
men bereitete. Nachrichten über diesen lieblichen Maler muss 
man in der modenaer Schule suchen. Er war nicht Schüler 
des Primaticcio, wohl aber ein Ruggiero Ruggieri, 
der, von ihm nach Frankreich geführt, gar wenig in seinem 
Vaterlnnde malte; und vielleicht ein Fruncesco Caccia- 
nemici, den Vasari seinen Jünger nennt, und von wel- 
chem in Bologna nur einige streitige Arbeiten bekannt sind 5). 
Unter demselben Gestirn, wie Primaticcio und Abati, 
schien Pellegrino Pellegrini geboren, von seines Vaters 
Namen Tibaldi genannt, stammend aus Valdelsa im lllailän- 
ilischen, übrigens von Kindheit auf in Bologna gebildet und 
wohnhaft. Am spanischen Hofe that er, was die beiden Vori- 
gen am (französischen; er schmückte ihn mit Gemälden, ver- 
besserte übrigens den dortigen Geschmack durch Bauwerke und 
wurdzrdafür belohnt, ja, Marchese von Valdelsa, wo sein 
.4) Als er schon ausgeartet war. Q, 
5) Ein gmsses Gemälde des Niccolö Abate in Dresden, die 
Hinrichtung eines Heiligen, it manierirt und unrichtig gezeichnet, 
grauen Colorits, überladen in Composition. Q.
        

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