Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296378
II. Zeitr. 
Versch. Manieren v. F rancia an bis auf d. Caracci. 
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malen und Colorit trefflich war. Wer er aber auch sei, alP 
Seine Bilder, besonders der heil. Johannes in der Stephanssacri- 
stei, bewähren ihn als Nachahmer Vincies, beinah wie die 
Luini und die bekanntesten Mailänder. Michelangelo war 
ZU Zeiten Julius llpals Bildhauer dort, und malte nicht, noch 
Sehnten sich die dortigen Maler nach seiner Rückkehr, indem 
81', ich weiss nicht, um welches minder erwogenen Worts wil- 
leIl, Francia und Costa als Tölpel behandelte, mit welchem 
Ausdruck er auch ein andermal Pietro Perugino verletzte. 
Dennoch fasste der michelangclfsche Styl nach etlichen 
Jahren Fuss in Bologna, theils durch TibalalPsxStudien 
in Rom, wie wir sehen werden, theils durch Giorgio. Va- 
SßrPs Vorbilder in Bologna in S. Michcle in Bosco. Und diese 
Waren den Bolognern eben so nützlich, als den Florenzern; sie 
brachen nämlich auch hier Bahn lzu einem minder genauen 
Style. Man weiss, dass Vasari1s Bilder dort gelobt und 
von der Jugend abgemalt wurden; dass er unter seinen Ge- 
hiilfen mehrere Bologner hatte, wie den jiingern Bagnaca- 
vallo, den Fontana, welcher in der Malerei nicht? wenig 
Mitbürger unterrichtete. Daraus 'muss man es ableiten, dass 
die den Caracci näheren Bologner grösstentheils wie die 
Florenzer des dritten Zeitraums colorirten, einige das Helldun- 
kel vernachlässigten und nicht selten mehr ihren Ansichten 
Imd Handgriffen, als der Wahrheit und Natur gemäss malten. 
Doch trilft diese Klage nicht allzuviel Bologner, noch auch 
einen ganzen Zeitraum. Der, welchen wir nun schildern wol- 
len, hat viel treflliche Maler; und auf ihn folgte bald die Zeit 
der Caracci, welche die Guten besserte und die Verirrten 
Wieder auf den rechten Wegebrachte.  
Die ersten Begründer derneuen Schule waren Barto- 
lcmmeo Ramenghi, genannt Bagnaeavallo, weil er da- 
her stammte, und Innocenzio Franeucei aus Imola. Sie 
Wurden von Franciaunterrichtet und gingen dann, jener 
nach Rom, wo wir ihn unter Raf f ael's Gehülfcn fanden, dieser 
nach Florenz, wo er sich an Albertinelli hielt und, Jirre 
ich nicht, den Frate und Andere sehr studirte. Als sie nach 
Bologna zurüekkehrten, hatten sie Aspertini und Cotiw 
gnll 01a, von welchen Beiden ich kein Werk in völlig neuem 
Style gesehen, zu mehr schwatzenden, als malendeniNelJßnbllh- 
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