Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296337
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
näher, als einer andern; wohlgebildete Köpfe, gut colorirt, gut 
bewegt, fast alle verkürzt, das Licht gut abgestuft, die Schat- 
ten an gehöriger Stelle, dass die Figuren sich runden und 
gleichsam in diesem Leeren bewegen; Würde und Grösse in der 
Hauptfigur und ihrem weissen Gewand; ein feiner, ileissiger, 
durchaus anmuthiger Pinsel! Schade, dass ein so herrlicher 
Geist, der von den Zeitgenossen „ein unvergleichlicher Maler 
und ganz Italiens Glanz" genannt wurde (Jllorel. Not. p. 109.), 
keinen genauen Lebensbeschreiber fand, der seine Reisen und 
Arbeiten schilderte, deren in Rom viele und schätzbare seyn 
mussten, ehe Riario ihn zu einer so grossen brauchte. In 
Forli zeigt man einen Apothekengiebel mit treiilichen Arabes- 
ken, und über der Thür eine sehr gut gemalte Halbfigur, die 
Arzneiwaaren stösst; Melozzo"s Arbeit, heisst es. Vasari 
erzählt, lange vor Dosso habe auf dem Landsitze der Her- 
zöge von Urbino, lilmperiale genannt, Francesco di Mi- 
rozzo aus Forli gemalt, wofür Melozzo zu lesen und einer 
der vielen Fehler Vasari's zu berichtigen seyn möchte." Un- 
ter den ferrarischen Malern wird ein Marco Ambrogio, ge- 
nannt Melozzo di Ferrara, angeführt und mit dem Eriin- 
der der Luftperspectivc verwechselt; ich halte aber diesen für 
einen ganz andern Künstler und der Name selbst deutet darauf. 
Melozzo von Forli lebte noch 1494; denn F. Lu ca Pac- 
eioli, der in diesem Jahre seine Summa d' aritmetica e geo- 
metriu herausgab, zählt ihn unter die berühmten und grössten 
Perspeetivmaler, die damals lebten. 
Mit Aufgang des sechzehnten Jahrhunderts, oder kurz 
nachher, blühte in derselben Stadt Bartolommeo diForli, 
nach Malvasia ein Schüler Franciais, etwa trockner, als 
seine Mitschüler zumeist. Kurz nachher setze ich Palme- 
giani, den Vasari in Parmegiano umgestaltete; einen gu- 
ten, fast unbekannten Künstler, von welchem ich in den Wer- 
ken über Malerei nur zwei Arbeiten angeführt finde, aber viele 
gesehen habe. Er hat schon dafür gesorgt, dass die Nachwelt 
ihn nicht vergesse; denn meistens setzte er zu seinen Kir- 
ßhen- und Cabinetbildern Namen und Geburtsort: Marcus Pi- 
elor Foroliviensis, oder Marcus Palmasazzus P. Faroliviensis 
Pinseöat. Selten fügt er das Jahr hinzu, wie auf zweien des 
Fürsten Ercolani, wo auf dem ersten 1513, auf dem zweiten
        

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