Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296320
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Oberiialien. 
Drittes Buch. 
Schule. 
Die bolognex- 
Forli kennt, soviel ich weiss, keinen iiltern Maler, als 
Guglielmo da Forli, Giotto's Schüler. Seine Wandge- 
mälde bei den Franciscanern sind nicht mehr zu sehen; 
auch fand ich in ihrer Kirche, ausser einem Gekreuzigten 
von unbekannter Hand, keine Arbeit aus dem vierzehnten Jahr- 
hundert. Von dieser Zeit an fehlte es in der Stadt wol nicht 
an einer Reihe von Malern, soweit sich aus mehrern dort vor- 
handenen Gemälden von Unbekannten schliessen lässt; aber bis 
auf Ansovino, den wir bereits unter Squarcioneis Schü- 
lern kennen lernten, schweigt idie Geschichte davon. Ich bin 
auf die,Vermuthung gekommen, dass dieser Mclozzois Mei- 
ster gewesen; eines Künstlers, der wegen seiner perspeetivisehen 
lüeckenmalerei von unten nach oben allgemein geachtet war. 
In der Pcrspective waren nach Paolo Uccello mittels 
Piero della Francesca, eines ausgezeichneten Feldmessers, 
und etlicher Lombarden ziemliche Fortschritte gemacht worden 3 
aber Decken mit so gefälliger Täuschung malen war ein Ruhm, 
der Melozzo vorbehalten war. ScanneI-li und nach ihm 
Orlandi sagen, er habe sich nach den besten Alten gebil- 
det, und obgleich er wohlhabend war, verschmähte er es doch 
nicht, sich als Lchrbursche und Farbenreibcr bei Meistern sei- 
ner Zeit zu vermiethen. Einige machen ihm zu Pietrods 
della Francesca Schüler. Sehr wahrscheinlich kannte Me- 
lozzo ihn und Agostino di Bramantino, als sie um 
1455 in Rom für Nicolaus V. malten. Wie dem aber auch 
sei, Melozzo malte an der Decke der grössten Capelle in 
der Apostelkirche eine Himmelfahrt U. H., „wo die Figur 
Christi so schön verkürzt it, dass er die Decke zu durchboh- 
ren scheint; und dasselbe thun die Engel, die mit zwei ver- 
sehiedenen Bewegungen durch das Luftgeiild schweifen" sagt 
Vasari. Dies Gemälde ward für den Cardinal Riario, Sixtus 
IV. Neifen, um 1472 gearbeitet; und als jener Platz neu auf- 
geputzt werden sollte, ward es weggenommen und in den Pa- 
lazlß Qllirinale gebracht, im Jahr 1711, wo man es noch mit 
der Aufschrift sieht: Opus JlIel-o tii Foroliviensis, qui 
summos fornices pingendi av-tem vel primus invenit, vel illu- 
stravit. Einige Apostelköpfe um dasselbe her wurden ebenfalls 
ausgesügt und in den Vatican gebracht; im Ganzen kommt 
sein Geschmack dem des Man te gna und der paduaner Schule
        

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