Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296300
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"Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
Francesco und Johannes dem Täufer malte, welches in einer 
ihrer innern Capellen die Osservanti in Ravenna haben; und 
das andere in Imola 21' Riformati von 1509. Bernardino 
malte auch glleiu verständig und unter den Gemälden in Pa- 
via ist eins mit seinem Namen bei den Karmelitern; wonach 
Crespi zu berichtigen ist, der den ältern Bruder Fran- 
cesco Bernardino nannte und aus zwei verschiedenen Ma- 
lern 
Einen 
machte. 
Zu ihrer Zeit malte zu Ravenna Baldasare Car- 
rari Imit seinem Sohne Matten, Ravennaten. Von ihnen ist 
in S. Domenico das so berühmte Bild des heil. Bartolommeo 
und der Sockel desselben, welcher gar zierliche Ereignisse aus 
d_es Apostels Leben enthält. Es ist so verdienstlich, dass es 
an Anmuth kaum dem Bilde Luca LonghPs daneben nach- 
steht. Al eines der ersten Oelbilder in Ravenna verdiente es wol, 
dass Papst Julius II. w), als er es -l5ll sah, sagte, Roms A1- 
täre hätten keine bessern Bilder, als dies. Im heil. Petrus hat 
uns der Künstler sein, und in dem betagteren Bartolom- 
nieo Rondinellws Bildniss hinterlassen, wie weiland die 
Schüler ihre Meister zu ehren pflegten. Doch sollte ich ihn 
nicht so nennen, da Vasari nicht nur seine Schule, sondern 
sogar seinen Namen verschwiegen hat.  
In Rimini, wo die Malatesti kein Geld sparten, die be- 
sten Künstler aufzusuchen, blühte die Malerei; und in diesen 
Zeiten erhob sich und wurde der Tempel des heil. Franciscus 
ausgeschmiickt, der ein Wunder seines Jahrhundert War. 
Nach Giotto hatten andere aus seiner Schule in Rimini 
gemalt, und ihnen schreibt der Verfasser des W egweisers die 
Darstellungen aus dem Leben der Miehelina zu, Welche Va- 
sari für Giotto's Arbeit hielt 20). Später malte dort ein 
gewisser Bitino, den ich gern der Vergessenheit entreisse, 
da ihn, meines Erachtens, vielleicht Niemand in Italien über- 
traf, als er 1407 in S. Giuliano den Schutzheiligen auf einer 
19) S, Il forest. iustr. etc, p. 136- wo Fzzbri sac. mem. T0. I. 
I,_ ]56_ angeführt werden, woraus des Papstes Ausspruch. Q. 
20) Aus dieser Zeit ist der Joannes Rimerici Pictor Arimini, den 
1386 Graf Marco Fantuzzi anführt in dem (iten Bande seiner 
Iljommzanli Ravennati 1804- L.
        

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