Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296292
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
Q7 
in dem Leben Palma's giebt er ein Verzeichnis seiner beten 
Arbeiten in Ravenna. In diesen sieht man seinen Fort- 
schritt. Alterthümlicher scheint er in dem Gemälde des heil. 
Johannes in dessen Kirche, wo er eine Madonna auf GÜldf 
grund malte. In neuerm Geschmack ist sein grösseres Bild in 
S- Domenico, das in der Anordnung nicht die Eintönigkeit 
jener Zeit, und Heilige auf mehrern Gründen und in verschie- 
denen Gebärden hat 18). Die Zeichnung ist genau, wiewol im- 
mer etwas trocken, die Gesichter minder gewählt, und die 
Farbe weniger stark, als die des Meisters; der Fleiss gleich in 
den nach damaligem Brauche reich gestickten Kleidern. Ob 
er von Bellini-"s letztem und vollendeterm Styl einen Be- 
griff gehabt, kann ich nicht sagen. 
 Sein Schüler und Nachfolger in Ravenna war Fr ances co 
da Cotignola, den Bonoli in der Geschichte von Lugo 
und Cotignola, und der Beschreiber der Gemälde in Parma 
Marchesi zubenannten, da er im Wegweiser durch Ravenna 
Zaganelli genannt wird. Vasari lobt ihn als einen lieh- 
lichen Coloristen, wiewol er dem Rondinello in Zeichnung 
und noch mehr in der Darstellung nachsteht. In dieser war- 
er minder glücklich, bis auf die berühmte Auferstehung Im- 
zari in Classe, die schöne 'l'aufc U. H. in Faenza und einige 
wenige andere Bilder, wo er sein Feuer mässigte und die Fi- 
guren besser anordnete, welche gewöhnlich schön und gut be- 
kleidet sind, hier und da etwas Wunderliches und Verhältnisse 
unter der Natur haben. Vorzüglich ist sein grosses Bild bei 
den Osservanti in Parma, wo die Aufgabe war U. L. F. unter 
einigen Heiligen, im Hintergrunde einige Bildnisse. Mir dünkt, 
er habe nichts Gediegeneres im Gedanken, nichts Uebereinstim- 
migeres im Ganzen, nichts Kunstreicheres in Säulenwerk und 
andern Beiwerken gemalt. Hier waren seine Tinten gemässig- 
ter, die er gewöhnlich lebendiger und heiterer auftrug und 
mehr nach Mnntegnavs, als eines andern Meisters Weise 
vertheilte. Er hatte einen Bruder, Bernardino genannt, 
mit welchem er 1504 ein kostbares Bild U. L. F. zwischen S. 
18) Es ist das Hauptaltarbilrl der Kirche S. Domenico und stellt 
die Madonna dar, umgeben von Maria Magdalena, Dominicus, Petrus 
Mariyr, Rainmnd und etlichen andern Heiligen. Q.
        

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