Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296281
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Oben-Italien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
in Giotto m). Dieser malte zu Porto di fuori einige evan- 
gelische Begebenheiten, die dort noch vorhanden sind; auch in 
S. Francesco 17) und anderwürts in der Stadt sind noch Ueber- 
bleibsel seines Pinsels, oder doch seines Styls. Als die Polentaner 
vertrieben und dieser Staat in Venedigs Botmässigkeit iiel, erhielt 
Ravenna aus dieser Hauptstadt einen Stifter einer neuen Schule. 
Dies war Niccolö Rondinello, von welchen], Vasari 
sagt: „er ahmte mehr al alle seinen Meister Gio. Bellini 
nach und machte ihm Ehre; Giovanni brauchte ihn bei 
allen seinen Arbeiten sehr. 4' So in B e lli n i's Leben; 
'P0lentani der in Ravenna herrschte, die Leiche des Verbannter: 
grossen Dichters 1321 beisetzen liess. Unter der Regierung der Ve- 
nezianer über Ravenna, liess der Senator Bernardo Bembo dem Dante 
ein prächtiges Grabmal errichten, welches von dem berühmten Bild- 
ner Pietro Lombardi ausgeführt wurde. Es war daran Dante 
selbst, im Nachdenken, dargestellt. Später liess Card. Luigi Valenti 
Gonzaga an demselben Orte ein prächtiges Mausoleum über dem Grab- 
mal des Dante aufführen, wobei die tretilichen Bildhauerarbeiten 
des L o mb ardi wieder angewendet wurden.  
Im vorigen Jahre ist ihm endlich in Florenz ein Denkmal gesetzt 
worden. W". 
16) Zu Ibemerken ist, dass ein Jahrhundert vor Giotto in Ra. 
venna ein Joannes Pictor sich vor-fand; eine der unzähliger: 
Nachweisungen, die Ravenna und die gelehrte Welt dem Gr. M arco 
F antuzzi verdanken. S. dessen Mnnzmzenzi Ravemzati rle' secali (li 
mezzo, per 1a nurggior parle inezlili. T0. I. p. 34T. Und im T0. II. 
p. 210. wird ein Pergamen von 1246 angeführt, wo ein Notar Gra- 
ziadeo bestellt, dass in der Portuenser Kirche inmgines mrrgnae e: 
sprztiusrre ad aurunz gemacht werden, welches lllusivarbeit, oder 
Malerei auf (ioldgrund war, wie sie in jenen Zeiten bräuehlich war. 
L4 
Was für eine Art Maler übrigens dieser Johannes gewesen ist, 
kann man nicht erfahren; denn sein Name kommt nur als Zeuge, in 
einer Abtretungsurkunde über ein Stück Land, im Jahr 1216 den 10. 
Jan. , vor.   
11) Vormals führte diese Kirche den Namen S. Pietro Maggiore 
und erhielt erst im 15. Jarhrh. den S. Francesco. Von den Malereien 
des Giotto im Innern und am Aeussern dieser Kirche, ist bloss 
noch das Bild der heiligen Apollonia, an der ällssern Mauer, links 
des Plörtchens, seitwärts des Klosters, bis auf uns gekommen. S. II 
fhrestierc inslruitn (Zelle cnse ualabili della citlä di Ravenna, e sub- 
urbane rlella wzedeszöna, operetla del M. R. Sig. Ab. Francesco 
Beltrami, Ravennatc, Priore di S. Alberln (1791) p. 69. Auch 
von den Malereien des Giotto in der Kirche S. Maria. in Porto sind 
viele mit dem Abpntz der Wand abgefallen, doch sind noch folgende 
Bilder- erhaltcn; der Kindermord; die Evangelisten, Kirchenvater und 
Heilige; einige Sceneu aus dem Leben des Heilands. I! Foren. 
fast. p. 150. Q-
        

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