Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299646
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Ueber 
Styl 
und 
Manier. 
ganges, begnügt es sich mit der oberflächlichen Vorstellung ei- 
nes zweck- und inhaltlosen Faselns über Gesehehenes und ver- 
urtheilt bewusstlos und blind jenen Begriff statt dieser Faselei. 
So nur erklärt es sich, wie damit auch zugleich unserm ehr- 
lichen Anzeiger gleichgültig und möglich schien, mit vier, 
vierzehn, oder vierzig Schulen auszukommen; wobei der Harm- 
lose freilich nur nicht merkte, dass die S. Xlll. beiläufig er- 
wähnten 14 Schulen einmal nicht für Abpferchung "der ge- 
samten Malerei, mithin aller Nationen," angenommen wurden, 
dann auch nicht von mir, dem Vorredner, herrührten, sondern 
von seinem Schützling, Lauzi, selbst, dessen Werk eben sechs 
Jahrhunderte und in diesen vierzehn Schulen der italischen 
Malerei umfasst, wie leicht auszuzühlen war. Warum nun zll 
Gunsten eigenen Vorurtheils dem Beurtheilten in Einem Athem 
zweierlei ihm Fremdes unterschieben? 
Aber der Anzeiger, der lebt und leben lässt, gesteht fer- 
ne;- zu, dass es wol von bedeutendem Nutzen seyn könnte, die 
neuesten Ansichten deutscher Ifunstphilosophen und Kritiker, 
besonders Fr. SchlegePsj aufzustellen. Er "spricht von 
Scharfsinn und feierlichen: Ernste, womit dies geschehen, 
nimmt aber dies Lob gleich darauf zurück durch eine leidige 
Consequenzmacherei, die auf gedankenloscr Verwechselung von 
Technik und Kunst und auf Rüge eine chronologischen Hy- 
steronproteron beruht, wo doch nur von verwandtem, oder auch 
nichtverwandtem Sinn und Streben, welche in Zeit und Per- 
sonen hinüber und herüber spielen, die Rede war. Hätte es 
chronologische Folge gegolten, so wäre diese wahrlich, wie 
der Anzeiger wol zugestehen wird, spottwohlfeil zu beobachten 
gewesen. WVas aber das Taufen der Ansichten des Vorredners 
betrifft, so bekennt er, der Auctoritäten nicht höher würdigt, 
als sie verdienen, dass er gerade Fr. SehlegePs letzte 
Bildungsperiode für ein gar sehr mit Zeitliehem behaftetes rück- 
gängiges Streben erachtet. 
Die schlaffe Halbheit des Denkens verrüth sich endlich 
auch in jener überaus vornehmen Erwähnung der Aussicht auf 
eine neue Zeit und eine neue Erde durch eine Wiederbelebung 
der vorzugsweise edeln Kunst der Plastik mittels Thorwald- 
sens, und der TVissenschaft im Norden. Wer will hier dem 
Anzeiger etwas thun? Er stimmt ja freudig in den Preis jenes
        

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