Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299620
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Ueber 
Styl 
und 
Manier. 
thut? ja, womit endlich er uns belehrt und zureclltweiset, nach- 
dem er es erst halb zugestanden, dann misverstanden? Denn 
eben darum, weil wir den kenntnisreichen, treuen, fleissigen 
Verfasser einer vollständigen Geschichle der Malerei, wie sie 
wirklich war, so "angelassen", tritt er als Kämpfer für 
Lanzi auf. 
Aber wir müssen, da obiger erster Gang nur Gedanken- 
splitter gab, auch seinen zweiten Hurt abweisen. Nachdem er 
nämlich zugestanden, dass Lanzi's Anordnung seines Stoffs 
nach den Schulen der zu ihrer Zeit und an den Orten ihrer 
besondern Wirksamkeit entschiedensten Meister ihre Mängel und 
ihre noch häufigem Unbequemlichkeiten habe, so „scheint es" 
ihm, der ja das alles so gut weiss, trotz der, mich dünkt, 
doch ziemlich deutlichen Aeusserung meines Vorworts S. XllL: 
ich wollte bloss eine Anordnungmach dem Geiste und Sinne der 
Meister, nach davon abgezogenen, oder auch reinplzilosophischen 
(vermuthlich also inhaltlosen) Principien. Da ich nun hiemit ganz 
anders denke, als er (der freilich dasselbe in Einem Athem auch 
wieder will, nur aber sich unhitorischer Willkür und unstatthafter 
Gewaltthätigkeit befürchtet) und sein Schützling, so zieht er aus 
LanzPs Geschichte und meiner Ansicht und Auffassung der 
Geschichte, während ihm selbst Geschichte als Entwickelung des 
(Kunsh) Geistes, Ansicht derselben, und (Kunst-) "Geschicht- 
schreibung in bunter Verwirrung unter einander taumeln, das 
Princip ab, das er zum Besten giebt: es gebe nämlich zweier- 
lei Geschichte, eine "vollsländige, wie sie wirklich war, und 
eine allgemeine alurioristisehe mit gelegentlichen Belegen aus 
der Wirklichkeit. Die apriorzslischen Geschichten könnten 
wol auch mit Geist und Kenntnissen durchgeführt, achtungs- 
würdig und lehrreich seyn, ja sie wären es auch zum Theil 
gewesen. Das aber iindet er daran nur tadelnswerth, dass 
man darin allenfalls mit Jedem auskommen  wer oder was 
dieser Jeder, oder dieses Jedes sei, womit man auskommen, 
vcrmuthlich soll es heissen abkommen, oder sich abfinden könne, 
ist nicht deutlicher angegeben und Jedes vermeiden könne. 
Man mache da seinenguten Grundriss, füge diesem gemilss 
das Sparr-werk flüchtig ineinander und mauere nun vom Ma- 
teriale ein, was eben passe, das andere lasse man eben lie- 
gen, entweder stillschweigend, oder es für schlecht erklärend.
        

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