Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299615
Ueber 
Styl 
und 
Manier. 
359 
Wie vieles wissen wir armen Mensehlein nicht, wie so unbe- 
wusst und unwillkürlich irren und fehlen wir! Und nun sol- 
len wir gar noch das ernste, strenge Streben, diesem Irren 
zu entgehen, die darein verhüllte Wahrheit zu entsßhlßiern, für 
Künstclei, Gespanntheit u. s. w. ansprechen, oder doch das 
Augenfüllige, uns und manchem Andern Einleuchtende nicht 
einmal unumwunden, frisch und frei aussprechen! Solche filz- 
heschuhte Feigheit ist uns fern. Was man ist, das wage man 
zu scheinen! 
Wir wenden das Gesagte auf unsern Fall an. Von Seite 
200  206 giebt der Anzeiger, nach nähern Daten eines un- 
genannten Freundes in Florenz, Umrisse des äussern Lebens 
Lanzi's. In unserm Vorwort S. IV. f. ist aus Onofrio 
Boni Elegie delf ahnte Lanzi (Pisu. 1816. 8.) p. 136. 
dasselbe, nur kürzer, und ohne erst einen Correspondenten in 
Italien zu behelligen, oder als Bürgen vorzuschieben, uns dünkt 
aber gnüglich, geschehen. Hierauf wird ferner vom Anzeiger 
des Breitern bemerkt, wie Lanzi ein historisch denkender, 
historisch forschender, historisch sammelnder und historisch 
ordnender Gelehrter mehr, als ein metaphysischer oder über- 
haupt philosophischer Kopf und idealistischen: Kritiker, wie er 
ein auf das nächste Ganghare der vorletzten Periode beschränk- 
ter Italiener, Jesuit, und, wenn auch selhsldenhender, Schiller 
Jilengsens gewesen. Wir wollen es mit dem Prüdicat "histo- 
risch" das hier durch den Gegensatz gegen "metaphysisch" 
und Hphilosophisch" sich als Verwahrung gegen seinen Gegen- 
satz, das Denken, welches doch hoffentlich nicht dem Niete- 
physiker und Philosophen abgesprochen oder entbehrlich geach- 
tet werden soll, ja gar als Verneinung dieses-Gegensatzesyer- 
Weiset, dergestalt, dass die Geschichte, wie Geschichtsforschung 
und Geschichtsdarstellung, ideenlos wäre, nicht so genau neh- 
men; wollen auch den Seheelbliek auf den philosophischen 
Kopf und idealistischen Kritiker nicht mit der Harmlosigkeit, 
oder ehrlichen Ilfeinung zu vereinbaren suchen. Wir fragen zu- 
vörderst nur, ob wir denn an der angeführten Stelle sowol 
als durchgängig ctivas anderes gesagt, ob wir es nicht nur 
früher, als er, näher mit dem Einzelnen belegt, nur kür- 
zer ausgesprochen, ja. ob wir auch an Mildeusogar zurück- 
stellen"! Warum denn also an uns tadeln, was er doch selbst
        

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