Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299595
Üeber 
Styl 
und 
Manier. 
357 
dcm feincrn, schärfern Sinne fühlbar gewordene, Wol auch zu- 
weilen wie'eine Ahndung ihn anwehende, innige Verschmel- 
zenheit der allgemeinen und zugleich besonderten Schönheitsidee, 
und hinwieder des sie ergreifenden und werkthätig aus seinem 
Geiste hervorhebenden und herausstellenden Künstlers; eine sol- 
che seine Werke durchströmende Lebenswärme, der Ausdruck 
der persönlichen Gemeinschaft und Angehörigkeit an eine Ge- 
samtheit und Kirche des Schönen - dies ist der Begriff de 
Styls, wenn er zur wissenschaftlichen Klarheit gebracht wird. 
Wer nun das hier Gesagte etwa unverständlich fände, 
und zur Erleichterung und Nachhilye etwas wie eine baldi- 
nuccische SAufreihung, oder Anspiessung der verschiedenen 
Arten des Styls verlangte, dem freilich bescheiden wir uns 
nicht genügen, noch verständlich werden zu können. Dabei 
jedoch bitten wir (und wir meinen, billigermassen), nicht ans- 
ser Acht zu lassen, dass doch sein Verstand und Verständnis 
auch das Maas unserer Verständlichkeit sei; dass, weil er viel- 
leicht die ihm bekannten und geläufigen Vorstellungen nicht, 
wie er wünscht, überall freundvctterlich begrüssen kann, damit 
wenigstens noch nicht die Unwahrheit, Unstatthaftigkeit und Un- 
form der Gedanken und Begriffe, seine Wissensüberlegenheit und 
mithin unsere Niederlage dargethan sei. Wären wir uns nicht 
bewusst, dass wir in unsern Mittheilungen gerade nicht mehr 
Kunst und Feierlichkeit aufwendeten, als besonnener Gang und 
Haltung des Denkens verlangen, so würden wir hierüber die Rede 
nicht erhoben haben. Nun hat es sich aber gefügt, dass ein 
Freund, unterzeichnet v. L., im 53sten Bande der Wiener Jahr- 
bücher der Litteratur in einer empfehlenden Anzeige des er: 
sten Bandes unseres L a n zi namentlich an Unterzeichnetem 
mehr als spröde und überaus vornehme, schneidendsclzavfe und 
verwundenrl spitze Kritik Lanzids, gesuchten Purismus und 
buchstiihelndes Nachhilden mancher italienischen Formeln und 
Redensarten in ehrlicher Jlleinung gerügt hat. Es liegt dem 
Gegenstande obiger Mittheilungen nicht allzu fern, über jeden 
dieser Puncte etwas zu erwiedern, da es am Ende sich um 
Denk- und Redestyl handelt, worin der Unterzeichnete zwar 
keineswegs für musterhaft gepriesen, nur aber auch nicht schief 
beurtheilt zu werden verlangt. 
Was nun den Denhstyl des Anzeigers namentlich in Be-
        

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