Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299446
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Rückblick. 
der Marcuskirche zu Venedig und dem Sehlosse zu lliersebixrg 
aufweisen; jedoch ist ihr Alter und ihre Aechtheit nicht zu 
Werbürgen, und einige Bilder, Kreuzigungen des Heilandes, von 
Qeilüchteten Griechen im zwölften Jahrhundert gemalt, sind 
wol die zuverlässigsten ältesten Bilder, in welchen Gemütlis- 
bewegungen durch Handlungen ausgedrückt wurden. 
Uni verständlich zu werden; musste die in Darstellung 
noch schwache Kunst sehr stark im Ausdrucke seyn und Alles 
sehr leidenschaftlich bezeichnen; denn leise Gefühle entgin- 
gen ihr. 
Die stereotypisehen Formen erlitten hierdurch Veränderungen, 
obwol anfangs nur unbedeutend, weil man bei einzelnen Hei- 
ligen- und Christusbildern immer wieder zu den bekannten 
Formen seine Zuflucht nahm. 
Zuerst zeigen sich wol Spuren innern Lebens in ruhigen, 
leidenschaftslosen Zuständen, in Bildern des Cinxab ue, Gui- 
do da Siena und Giunta da Pisa, und von Ersterm und 
Letzten-m will man sogar behaupten, sie wären so Herr der 
Hand gewesen, dass sie individuelle Züge, also Bildnisse, hät- 
ten darstellen können. 
Ob aber Cimabue's St. Franeiscus und Giunta's Bru- 
der Elias wirklich den dargestellten Personen ähnlich, oder 
nur Erfindungen waren, ist jetzt wol schwer zu beweisen. ln- 
dess ist es immer ein Schritt zu individuellen Darstellungen. 
Giotto ging noch weiter und stellte viele Begebenhei- 
ten dar, in welchen eine ruhigere Handlung waltet, und 
wusste, mehr als in die Mienen, in welchen ein stiller Ernst 
herrscht, in die Gebärden einen natürlichen und sprechenden 
Ausdruck zu legen.  
Sein Styl  man versteht nun, was wir mit diesem Worte 
sagen wollen  War der erste naturgemiisse, und seine Zeit- 
genossen geben ihm den Namen des Alien der Natur. 
Die stereotypisclzen Gebilde wichen den aus der Natur 
entlehnten Bezeiehnungen der Gegenstände; jedochgblieb immer 
bestimmte Charahterisirung des Gegenstandes die Aufgabe der 
bildenden Kunst: sie war in ihrem Streben objectiv.  
Ja, man suchte auch diese Schranke zu durchbrechen und 
grosse Weltansichten in allegorischen Bildern zu vergegenständ- 
liehen, wovon wir Beispiele angeführt haben, als wir von L0!
        

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