Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299438
Rückblick. 
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griff mit eingemischt hat, je reiner objectiv er den Gedanken 
auffasste. 
Diesen Abweg von dem geschichtlichen Pfade mag der 
Leser verzeihen, weil wir uns nun über das Folgende um so 
leichter verständlich machen können.  
Eine Bezeichnung der Hauptcharaktere christlicher Helden 
war nun festgesetzt, ein bestimmter Styl gegeben. 
Die Welt gewann aber eine andere Gestalt. Die deut- 
schen Könige behaupteten als römische Kaiser "eine Obergewalt 
über die Päpste, sich auf historische Gründe, jedoch hauptsäch- 
lich auf das Recht des Stärkern stützend. 
Die Päpste, vom Clerus umgeben, übten dagegen, an in- 
tellectuellcr Bildung den deutschen Fürsten überlegen, eine 
Herrschaft über die Geister und Gemüthszustündc aus, welche 
Weltliche Waffen zur Vertheidigung fanden. 
Die Theilung, welche Karl der Grosse und Hadrian zu 
gegenseitiger Sicherung vorgenommen, ward zur feindlichen 
Spaltung zwischen ihren Nachfolgern. 
Dies regte in beiden Parteien äussere und innere Kräfte 
an. Die Kampflust wurde zwar durch die Kreuzzüge aus Eu- 
ropa nach Asien hingelenkt, aber Europa erfuhr auch dadurch 
wieder. eine Rückwirkung. Orientalische Sinnes- und Lebens- 
weise wirkte auf Europa ein, und ward durch Friedrich ll. be- 
günstiget, so weit als es sich nur einigermassen thun liess, 
wie wenig es sich auch mit christlicher Sitte vertragen mochte. 
Das morsche griechische Kaiserthum brach zusammen, die grie- 
chischen Künstler und Gelehrten flüchteten sich nach Italien. 
Das Haus der Hohenstaufen fiel, ja es wurde ausgerottet. 
Die Päpste hielten dies für einen Sieg und die Anjous, welche 
über die Hohenstaufen gesiegt, mussten flüchtig werden. 
Alle diese Iiiiimpfe und fremden Einflüsse hatten das in- 
nere Leben aufgeregt und die äussern Verhältnisse verman- 
nichfaltigt. 
Die bildende Kunst that nun selbst einen Riesenschritt, 
Von innen nach nussen getrieben. Sie belebte und vermannich- 
faltigte sich, wie die Welt und iihre Verhältnisse. Die Kunst 
musste innere Zustände in Begebenheiten darstellen. 
Man will zwar noch weit frühere Versuche zu sogenann- 
ten historischen Bildern im Dome zu Monza, dem Umgange
        

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