Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296256
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
2a 
dienen. Dahin gehört ein Bild in mehrern Abtheilungen, das 
aus Faeuza in das Haus Ercolani kam, und von Crespi in 
den Anmerkungen zu Baruffaldi gelobt wird, als mit einer 
Lust und Liebe, einer Vollendung, einem Auftrag, einer Höhe 
der Farbe gemalt, die man ganz raff aelisch nennen könne. 
Vorzüglich waren seine Männerköpfe, wie die der Apostel in 
S- Petronio, und sein heil. Girolamo daselbst beweisen, wel- 
cher sein schönstes Bild ist. Weniger als in Bologna arbeitete 
er daheim, wo er jedoch einige Schüler bildete, unter diesen 
den berühmten Dosso und Ercole von Ferrara. Mehr hielt 
er sich in Mantua auf, wo er am Hofe sehr geachtet war, wiewol 
Mantegna sein Vorgänger, und Ginlio Romano sein 
Nachfolger war. Man sehe, was ich dort darüber gesagt habe! 
Mit weniger Bedenken kann man unter Francia's Schü- 
1er Girolanio Marehesi da Cotignola zählen. Vasari 
lobt seine Bildnisse sehr, nicht aber seine eigenen Eriindungen. 
Er war nicht in allen glücklich; besonders wird eine in Ri- 
mini sehr getadelt. Dennoch giebt es mehrere Bilder von 
ihm in Bologna und anderwärts, alle in der gewöhnlichen Art 
der Maler des fünfzehnten Jahrhunderts, wodurch dieser Fleck 
getilgt wird. Eins mit sehr schöner Fernsicht haben die Ser- 
viten in Pesaro, wo am Thron U. L. F. die March. Giuevra 
Sforza mit ihrem Sohne Costanzo ll. kniet; und dies ist nicht 
die einzige Arbeit, die er im Dienste fürstlicher Familien ge- 
fertigt hat. Die Zeichnung ist etwas trocken, aber die Farbe 
lieblich, die Köpfe majestätisch, die Gewänder wohlverstanden; 
kurz, wenn auch nichts weiter von ihm vorhanden wäre, so 
würde er doch sich damit den ersten Platz unter den besten 
Malern des alten Styls verdient haben. Wenn er in Rom und 
Neapel keinen Beifall fand, wie Vasari andeutet, so lag es 
bloss darin, dass er zu spät dahin kam, nämlich unter Paul 
I", Wo sein Styl als bereits aus der Mode gekommener kein 
Glück machen konnte. Er starb während dieser Regierung, 
nämlich zwischen 1534 und 1549. Orlandi, der ihn schon 
1518 sterben lässt, wird nicht allein durch obige von Vasüri 
und mit geringer Verschiedenheit von Baruffaldi angegebene 
Zeit widerlegt, sondern auch durch ein Gemälde Girolamds 
bei den Minoriten von S. Marine, welches [520 gemalt ist. 
Amico Uspertini wird von Malvasia (S. 58.11) zu
        

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