Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299335
Beaumonfs Schule u. Erneuerung d. Akad. 
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Leichtigkeit und minderm Fleiss, und man trilTt sie hier und da 
in Turin. Mehr als sie und vielleicht andere Maler kommt in Tu- 
rin und seinem Gebiet Antonio llililocco vor, nicht Schüler, 
aber zuweilen Mitarbeiter Bcaumoifs, trockner in Zeichnung, 
minder gebildet, weniger Maler, aber wegen einer gewissen Leich- 
tigkeit gern von Bürgern, auch zuweilen von Fürsten gebraucht. 
Um dieselben Jahre lebte Giancarlo Aliberti in sei- 
nem Geburtsort Asti, den er mit mehrern iigurenreichen und 
Riistgemälden verschönte. Die besten sind in der Augustiner. 
kirche, wo er in dem Gewölbe den von vielen Engeln him- 
melan erhobenen Kirchenheiligen, und im Presbyterium der. 
selben die Katechumenen in einer Kirche seiner Ippona taufend 
darstellte. Die Geschichte ist gut gedacht; die Fernung, welche 
durch-die Rundhohlheit des Orts erschwert wurde, ist völlig 
richtig; das Bauwerk grossartig; die Figuren in einem dem 
Feierbrauch angemessenen Ausdruck, der Styl theils römisch, 
theils bolognisch, wie er in jener Zeit war. Im Dom, einem 
ansehnlichen Tempel, welchen er ganz malen sollte, hätte er 
vielleicht etwas Besseres noch geleistet; weil er aber funfzehn 
Jahre Zeit dazu verlangte, so erhielt er den Auftrag nicht; 
auch war man nicht verlegen, Einen zu finden, der ihn schnell 
vollzog, ohne dass Aliberti darüber neidisch war. P. della 
Valle iindet in seinem Style eine Mischung von Maratta, 
Gio. da S. Giovanni und Coreggio; Köpfe und Fiissc 
wie von Guido und Domenichino, Figuren, wie von 
den Caracci, Kleidungen wie von Paolo , Tinten wie von 
G-uercino, ein Opfer Abrahams dem Mecherino nachge- 
ahmt. Ich habe nicht Zeit gehabt, eine solche Künstlermenge 
darin aufzufinden z). Sein Sohn, Ab ate Aliherti, malte in 
den hörigen Städten und, was ich von dem Vater nicht gefun- 
den habe, in der Hauptstadt. Eine heilige Fanlilie von ihm 
in der Karmeliterkirche macht sich nicht übel, wiewol sie in 
den Tinten das damals in Italien gäng' und gebe Grünliche, 
das noch in manchen Schulen herrscht, nicht ganz verleugnet. 
Franoesco Antonio Cuniberti aus Savigliano, als 
Frescomaler von Kuppeln und Decken nicht unberühmt, hielt 
ich in seinem Geburtsort und dessen Umgebungen. Pietro 
 
2) Mächte auch wnl_ überflüssig, oder der Mühe nicht werth gewe- 
Sen seyn, nach solch einem Harlekiusjackexxstyle zu suchen. W.
        

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