Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299300
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Oberit. 
VI. Buch. 
Die Malerei in Piemont u. 
d. Umgeb. 
von einem Rnviglione di Casale, einen würdigem Künst- 
ler als welchen ich nicht weiss, 0b ßlontferrat nach Musso 
hervorgebracht hat; indess weiss man seinen Namen, seine 
Zeit und Schule nicht._ F e r d i n a n d 0 C a i r 0 nvar ein 
guter Schüler Francepchinfs in Bologna; liess sich nach- 
her in Brescia nieder und arbeitete mit Boni und Andern in 
diesem leichten Style fort. Brescia hat" seine besten Arbeiten, 
Dritter 
Zeitraum. 
Beaumonfs 
Schule 
und 
Erneuerung 
der 
Akademie. 
EJas achtzehnte, in seinen Jahrbüchern mit drei sämtlich der 
Kunst huldigenden Königen bezeichnete Jahrhundert ist hinsicht- 
lich der Fürsten reich an grossen Mustern; aber wegen Verfalls 
der Malerei nicht gleich reich an grossen Arbeiten. Nach Sei- 
ter, der einige Jahre in dies Jahrhundert herauf lebte, diente 
ein Römer Agnelli dem Ilofe, der einen cortonisch- 
inarattischen Styl hatte. Dieser malte dort einen grossen 
Saal, der voll ausgesuchter Gemälde von ihm den Namen führt. 
AgnellPs Nachfolger war Beaumont, aus Turin gebürtig, 
der, nachdem er in seinem Geburtsort gelernt, nach Rom ging 
und dort lange im. Nachbilden RaffaePs, der Caracci und 
Guid0's sich übte. Um die damals lebenden römischen Mei- 
ster kümmerte er sich wenig, indem sie ihm zu matt schienen; 
auf Trcvisani hielt er viel und suchte seinen Vortrag und 
seine kräftigen Tinten zu erreichen; auch Venedigs alte Mei- 
ster wünschte er genauer kennen zu lernen, aber seine häus- 
lichen Verhältnisse gestatteten es nicht. Als er wieder nach 
Turin kehrte, machte er sich als tüchtig in Nachahmungen be- 
kannt, um deren Willen er in Rom sich aufgehalten hatte. Um 
ihn nach Verdienst zu würdigen, muss man Arbeiten aus sei- 
ner besten Zeit sehen, z. B. die Kreuzahnahme in der Kreuze 
kirche, oder die Wandibileier in der königlichen Bibliothek, wo 
er die königliche Familie unter allerlei Sinnbildern feierte und 
einen Genius mit einem Ritterkrcuze beifügte, welches er denn 
auch, als erwarteten Lohn, erhielt. Auch andere Zimmer ver- 
sah er mit YVandgemiililen; ein Cabinct mit dem Raube der
        

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