Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299246
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Oberit. 
VI. Buch. 
Die Malerei in Piemont u. cLUmgeb. 
durch Thatsachen dargestellte Künste und Wissenschaften; z. B. 
wird die Theologie in einem Lehrstreit zwischen Thomisten und 
Sectisten vorgestellt; und in diesem, wie den übrigen Bildern, lobt 
man ausser der Eriindung auch die Wahrheit der Bildnisse und 
die Kraft des Helldunkels. Anderes ist wenig von ihm vorhanden. 
Gio. Moneri, unter dessen Nachkommen andere Maler 
gezählt werden, ward in Acqui geboren und brachte, von Ro- 
manelli unterrichtet, aus Rom den Styl dieser Schule zurück. 
Die ersten Proben davon gab er 1657 in Acqui, wo er in der 
Hauptkirche Mariens Himmelfahrt malte; ausserdem ein Para- 
dies, cin sehr belobtes Wandbild. Er schritt dann fort und zeigte 
sich in der Darstellung für die Kapuzinerkirchc und andern Bil- 
dern in jener Gegend immer reicher, ausdrucksvoller und runder. 
Man weiss, dass er im Genucsisehen, Mailändischcn und mehrern 
Orten Piemonts gearbeitet hat. Von Turin kann man es nicht 
behaupten; auch mochte es einem Maler aus der Landschaft nicht 
leicht werden, Beschäftigung zu finden, da die Hauptstadt schon 
so viel Maler hatte, dass sie eine Gesellschaft bilden konnte. 
Bis 1652 hatten die Künstler in Turin nicht die Form einer 
Gesellschaft oder Zunft, geschweige denn einer Akademie. In 
dem genannten Jahre aber vereinten sie sich zu einer Genossen- 
schaft, die den Namen des heiligen Lukas erhielt und einige Jahre 
darauf zu der turiner Akademie wurde. Ueber diese sind des Ba- 
ron Vernazza Notizie patrie spettanti alle arti del disegno 
nachzusehen. Der Hof besoldete indess immerfort auswärtige Ma- 
ler, welche Zier und Stütze dieses Vereins waren. Um diese Zeit 
waren sie sehr mit Verschönerung der Königsburg und dann jenes 
Lustorts beschäftigt, welcher nach dem Zwecke desselben Her- 
zogs Karl Emanuel lI. den Namen der königlichen Jägerei er- 
hielt Ü. Ihre Wandbilder, Bildnisse und andere Arbeiten sind 
noch bis diesen Tag vorhanden. Nach einem Balthasar 
Matthieu von Antwerpen, von welchem ein Abendmahl U. H. 
im Speisesaal des Eremo sehr geschätzt wird, findet man als 
Hofmaler J oh. Miel, ebenfalls aus der Gegend von Antwer- 
pen, Vandyck's und nachher SacchPs Schüler; einen 
Mann von tretiliehem Geiste, in Rom seiner witzigen, in Pie- 
mont seiner ernsten Bilder wegen beliebt! An der Decke des 
 S. Amarlcn di Castellamonte descrizione del pnlazzß 
dem: la Venerfa. Torina 1672.
        

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