Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299233
u. erste Stiftung d. Akadem. 
Mäler d. 17. Jahrh. 
321 
lindet man Gemälde von ihm in Piemont, wie in Novara und 
Alessandria, ausserdem auch in Mantua und Mailand, wo sein 
Meisterstück befindlich ist. Dies ist ein Daniel in der Löwen- 
grube in der Bücherei della Passione; ein grosses, gut ange- 
ordnetes Bild mit schönen Bauwerken in paolischer Art, wo 
von den Söllern König und Volk den Propheten unverletzt 
unter diesen wilden Thieren, zugleich aber auch seine Anklä- 
ger herabtiirzen und zerrissen sehen. Auch der andere Pro- 
Phet ist dargestellt, wie die Engel ihn bei den Haaren in der 
Luft tragen. Die Eriindung "des Ganzen kann man nicht 
loben, da sie Begebenheiten verschiedener Zeiten verbindet. 
Davon aber abgesehen, ist das Bild eine der kostbarsten, die 
nach Gaudenzio in Mailand gemalt werden sind, sehnige- 
recht, schön in den Formen, lleissig im Ausdruck, von warß 
Iuen, schön wechselnden und ehr leuchtenden Tinten. Nach 
mehrern Köpfen zu urtheilen, scheint es, als habe er die Ca- 
racci studirt und wol auch Guido gekannt; im Colorit 
aber scheint er den Unterricht eines Niederliinders genossen zu 
habent In Mailand agt man, wol wegen des ähnlichen Ge- 
schmacks, er habe Daniel Crespi unterwiesen; was schwer 
zu glauben ist, da Vermiglio bis 1675 arbeitete. Dies bca 
merkte er unter dem grossen Bilde der Samaritanerin im Speise- 
Saale der Olivetancr zu Alessandria, Welches sein letztes seyn 
musste, und mitschöner Landschaft und trefllicher Aussicht auf 
Samaria in der Ferne verziert ist. Ich sehe in ihm den besten Oel- 
maler, dessen sich der ehemalige piemonter Staat rühmen kann, 
lmd einen der besten Italiener seiner Zeit. Warum er so nahe 
bei Turin gearbeitet und in Turin kein Glück gemacht, warum 
er von seinem Fürsten nicht geachtet worden, da er doch bei 
dem von Mantua beliebt war, kann ich nicht errathen. G9. 
wiss gleicht ihm an Verdienste nicht jener Piemonter Rnbini, 
der um Vermiglio"s Zeit in der Vitokirche zu Trevigi ar-' 
beitete, von welchem in den Handschriften der Stadt, odelgin 
den Beschreibungen seiner Gemälde Nachrichten ertheilt werden. 
Giovenal Boetto, unter den turiner Kupferstechern 
bekannt, muss ausserdem auch wegen eines von ihm in Fos- 
Söm), seinem Vaterlande gemalten Saales unter den guten Ma- 
lern eine Stelle linden. Der Saal ist im Hause Garballi und enthält 
Zwölf Wandbilder. Die Gegenstände sind verschiedene schicklieh 
m. m. x
        

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