Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299175
u. Fortschritte d.Kunst bis zum 16. Jahrh. 
Anfang 
815 
Seine Zeichnung hat gar nichts C a r a c o i sches; da- 
her halte ich das Gerücht in Moucalvo, das ihn zum Zögling 
dieser Schule macht, für verdächtig. Ein Caraccist wäre in 
Bologna, nicht in Crea, WVandmaler geworden; hätte auch in 
Landschaften nicht Bril's Styl angenommen, wie der Mon- 
ßalvo, noch seine Vorliebe für den römischen Styl gegenüber 
dem parmenser bekundet. Caccia hat eine Zeichnung, die 
aus iiltern Schulen fernher zu stammen scheint; man sieht 
darin einen Geschmack nach Raffael, Andrea del Sar- 
to, Parmigianino, diesen grossen Künstlern im Ideal- 
schönen. Seinen Madonnen nach, die man in melhrern Bilder- 
sammlungen sieht, möchte man ihn bald dieser, bald jener 
Schule zuziihlen. Eine solche ist im königlichen Palast zu 
Turin, die fast von Andrea gezeichnet scheint. Aber die 
Farbe, wiewol anmuthig und weich, wie bemerkt, ist verschie- 
den, ja, sie neigt sich zum Matten der Bologner vor den Zei- 
ten der Car a cci, besonders zu Sabba t ini. Diesem gleicht er 
auch sehr in Schönheit der Köpfe und in Anmuth; und könnte 
man urkundlich nachweisen, dass Moncalvo in Bologna sich 
gebildet, so brauchte man nach keinem andern Meister, als 
Sabbatini, sich umzuthnn. Ich habe aber andcrwärts im 
Allgemeinen bemerkt, dass man oft auf zwei Maler stösst, 
welche einen ähnlichen Styl haben, wie wol auch zwei Schrift. 
steller sich ähneln. Auch an Moncalvo habe ich beobachtet, 
dass er in Casale den Soleri hatte, einen Maler von heiterm 
und feinem Geschmack; dort in Vercelli wie in andern Städ- 
ten, wo er sich aufhielt, fehlte es ihm nicht an den besten 
Mustern der Lieblichkeit, wofür er Anlage hatte. iDarum 
aber mied er nicht kräftige Gegenstände, wie denn die Mino- 
ritenkirche zu Moncalvo beweiset, welche eine wahre Gallerie 
Seiner Kirchenbilder ist. Auch Chieri hat in einer Domini. 
Cünercapelle zwei historische Gemälde. Er malte dort zwei 
Altarseitenbilder, eines die Erweckung Lazari, das andere die 
Vervielfältigung des Brots in der Wüste, in welchen Arbeiten 
Reichthum der Phantasie, verständige Anordnung, genaue Zcich- 
mlng und Lebendigkeit der Bewegungen verwalten und durch 
das Ganze andächtige Schauer wehen. Sie würden jede grosse 
Kirche schmücken. 
Er arbeitete viel auch von schwachen Schülern unterstützt,
        

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