Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299162
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Oberit. 
VI. Buch. 
Die Malerei in Piemont u. d. Umgeb. 
Lebens zu, da er in Moncalvo erzogen war, wie Orlandi 7) 
sagt, einem Orte in Montferrat, wo er auch ein Haus und 
eine Malerschule hatte. In jener Gegend herrschten auch seine 
Malergrundsütze, und als seine ersten Arbeiten werden auf dem 
heiligen Berge Crea einige Capellchen der Pilgerrasten mit 
heiligen Geschichten gezeigt. 
Der P. della Valle nannte seinen Styl den von Crea, 
eine Manier der kindlichen Huldinnen, und bemerkte, dass er 
noch als Neuling in der Wandmalerei dahin kam, wenn man 
aber seine ersten Arbeiten mit den letzten vergleiche, seine 
Fortschritte sehe. Nachher gelangte er so weit, dass er we- 
gen seiner grossen Erfahrenheit in dieser Gattung Wandmalern 
zum Muster aufgestellt wurde. In Mailand zu S. Antonio 
Abate bei den Carloni in Genua sieht man von ihm den Kir- 
chenheiligen mit Paulus, dem ersten Einsiedler, und er steht 
diesem gefährlichen Vergleich. Schön und kräftig ist auch 
seine Malerei an der Kuppel von S. Paolo zu Ncvara, mit ei- 
ner Glcrie lieblicher Engel, wie er sie zu malen pflegt. ln 
Oelbildern ist er nicht gleich stark. Ich habe wenig Bilder 
so kräftig gefärbt gesehen, als den heil. Petrus in päpstlicher 
Tracht in der Kreuzkirche zu Turin. Auch die heilige The- 
rese in der Kirche ihres Namens ist gut colorirt und empliehlt 
sich durch die anmuthige Eriindung, wie die Heilige zwischen 
zwei Engeln beim Anblick der heiligen Fanxilie, die sich ihr 
in dieser Verzückung zeigt, ohnmächtig wird. Man kann dazu 
noch die Krenzabnahme fügen in S. Gandenzio zu Novara, wel- 
che von Einigen für sein Meisterwerk gehalten wird und aller- 
dings etwas höchst Seltenes ist. Meistens ist er so zart, dass 
er heut zu Tage wenigstens etwas matt scheint; vielleicht bes- 
serte er nicht genug nach. 
7) Im Abbecedario piltorico. Guglielmo Caecia stammt aus 
Novara, ward aber in Moncalvo erzogen, woher er auch den Bei- 
namen hatte; Er war 1568 geboren, zeichnete sich als  
uns und seine Farben haben noch jetzt ihren Glanz, El- wal- S0 
überaus fromm, dass er nie weltliche Dinge unalte, zu Muuualyg ein 
Ursulinerinncnkloster stiftete und fünf seiner Töehter hingingleckge, 
wovon die eine, Magdalena, sich künstlerisch so ausbilrlete, dass 
ihre Arbeiten für Gemälde ihres Vaters angesehen werden. Sie starb 
in hohem Alter 1678. Ffrnncesca, ebenfalls Nonne und Malerin, 
starb 57 Jahr alt.  Q.
        

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