Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299110
Anfang u. Fortschritte d. Kunst bis zum 16. Jahrh. 
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ben möge, er ist in jener Gegend der erste Künstler, der sich 
dem neuen Style nähert, und scheint nicht hloss in Asti und 
Alba, wo manche Altar- und Cabinetbilder von ihm sind, ge- 
achtet worden zu seyn, sondern auch in Turin und im Hause 
des Fürsten selbst, aus welchem wol der zu den Füssen U. 
L. F. und der sie umgebenden Heiligen abgebildete Cardinal 
im Dom seyn mag. Ich bin überzeugt, dass er mehr andere 
Gemälde in Turin hinterlassen hat; aber vor allen Hauptstädten 
Italiens hat diese am liebsten neue Gemälde an die Stelle der 
alten gesetzt. Macrincfs Zeitgenoss war Brea von Nizza, 
den ich in der genueser Schule mit drei Malern von Alessan- 
dria della Paglia genannt habe, die alle in diesem Staate 
lebten. Hier füge ich nur noch Girolamo Borghese von 
Nizza della laglia hinzu, wo und in Bassignana Bilder mit 
der Unterschrift beiindlich sind: Hieronymus Burgensis Niciae 
Palearum pinxit. 
Im Anfange des sechzehnten Jahrhunderts linde ich keine 
antheilwürdigen Nachrichten, sei es nun, dass die Unruhen in 
Italien die Aufmerksamkeit der Fürsten auf ernstere Gegenstände 
richteten, oder was sonst Ursache war. Um die Mitte des Jahrhun- 
derts soll Antonino Parentani geblüht haben, der in der 
Consolata im Capitel ein Paradies mit vielen Engeln malte; ein 
Maler, dessen Geburtsort ungewiss ist, welcher dem römischen 
Geschmack jener Zeit folgt und ihn gewissermassen ins Kleine 
zieht. ln dieser Zeit dienen uns die Staatshaushaltbücher statt 
Geschichte und machen uns mit andern Künstlern bekannt. Ich 
verdanke ihre Kunde dem Baron Vernazza de Fresnois, 
Staatsgeheimschrciber Sr. M., der eben so reich an Kenntnis- 
sen, lals mittheilsam ist. Diese genannten Bücher nun erwäh- 
nen eines Valentin Lomellino ausRaeonigi, und nach 
1561, wo er starb oder abdailkte, eines Jacopo Argenta 
aus Ferrara. Beide führten den Titel herzoglicher Maler; aber 
W111 ihren Fähigkeiten lässt sich nicht urtheilen, da man we- 
der in Turin, noch sonstwo eine Arbeit von ihnen kennt. 
Vielleicht waren sie auch vielmehr Miniaturisten, als Maler. 
Vßn Malvasla {und Orlandi wird uns "Giacomo Vigbi 
genannt, der, um l567_ am turiner Hofe dienend, das SClIlHSS 
Casal Burgone zum Geschenk erhielt. Auch VighPs Werke 
sind unbekannt; nicht so die der folgenden Maler.
        

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