Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299100
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Oberit. 
VI. Buch. 
d. Umgeb. 
Die Malerei in Piemont u. 
riten in Alba, welches er grossartigern Styles in den Figuren, 
als andere gleichzeitige, nennt; dabei bemerke man, dass, sei- 
ner Angabe nach, das Jahr 1357 darauf angegeben ist. Dass 
die Malerei in Piemont dadurch sehr gefördert werden, wie er 
behauptet, möchte ich nicht bestättigen, da ich nicht in Alba 
gewesen bin und zwischen ihm und seinen Nachfahren daselbst 
eine grosse Lücke linde. Ferner malten in der Kirche des heil. 
Domenicus ein Giorgio Tuncotto im Jahre 1473, und in 
der des Franciscus 1493 ein M. Gandolfino. Zu diesen 
kann man Gio. Peroxino und Pietro Grammorseo 
setzen, die noch durch zwei Bilder bei den Minoriten, eines 
in Alba 1517, das andere in Casale 1523 bekannt sind. 
Vor allen berühmt machte sich in dortiger Gegend und in 
Turin selbst Macrin o, gebiirtig aus Alladio und Bürger von 
Alba, wesshalb er sich auf einem Bilde in der Sacristei der 
Hauptstadt von 'l'urin Macrinus de Alba unterzeichnet. Er 
hiess Giangiacomo Fava, war ein wackerer Maler, in 
Gesichtern höchst wahr, in allen Theilen ileisig und ausge- 
führt, in Colorit und Schattengebung hinlänglich gewandt. 
Ich erinnere mich, dass H. Piacenza in seinen Anmerkungen 
zum Baldinucci über ihn gesprochen; einem Werlie, das 
zum Nachtheil wahrer Geschichte und gerechter Kritik unvoll- 
endet geblieben und mir jetzt nicht zur Hand ist. Wo M a- 
crino sich gebildet hat, weiss ich nicht; in jenem Gemälde 
zu Turin, welches im Geschmack des Bramante und gleich- 
zeitiger Mailänder it, hat er in der Landschaft als Verzie- 
rung das flavische Amphitheater angebracht, woraus zu vermu- 
thcn wäre, dass er Rom, oder doch Vincits gebildete Schule 
gesehen habe. In der Kartbause zu Pavia fand ich ein ande- 
res Bild von ihm, den heil. Hugo und Syrus; eine in den 
Formen und im Colorit schlechte, wiewol in jedem Theile 
höchst fleissige Arbeit 4). Wo er sich aber auch gebildet ha- 
4) Sein vollständiger Name ist Giangiacomo Fava, genannt; 
Macrino 11' Alba. Er malte das Altarblutt für die Capelle S. 
Ugone in der Karthause zu Pavia. Es ist in sechs Felder abgetheilt 
und in dem ohern der aufetstandene Christus und zwei Evangelisten, 
darunter Madonna und zwei Engel, in den untersten S. Ugone und 
Anselmo. E soll eine der schwächsten Arbeiten dieses Meisters und 
doch ein verdienstvollen Bild seyn. S. Mala spina di Sauna- 
zarn Guida d; Pavia. Pav. 1819. 8. p. l23.' Q.
        

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