Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299080
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Obcrit. 
VI. Buch. 
Die Malerei in Piemont u. d.Umgeb. 
dem, was ich an mehrcrn Stellen meines Werks über derglei- 
chen Streitfragen im Allgemeinen gesagt habe, nichts hinzuzu- 
fügen. Giorgio ist in seiner Vaterstadt Florenz unbekannt, 
wie manche Andere, die nur hier erwähnt werden müssen, lange 
in Piemont lebten, oder wenigstens dort besser, als anderswo, 
gekannt waren. ln demselben Jahrhundert arbeitete in S. 
Francesco zu Chicri ganz im florenzer Geschmack Einer, der 
sich unterzeichnet Johannes pintor pinxit 1343; und ich 
weiss nicht, welch ein schwacher Wandmaler in der Taufcapelle 
derselben Stadt. Es giebt auch noch andere Ungenannte in 
verschiedenen Landschaften und in zum Theil von Gi otto ver- 
schiedener Manier, unter welche ich den Maler der Consolata 
rechne, eines in Turin sehr verehrten Bildes U. L. F. 
Später, nämlich um 1414, ward Gregorio Bonn ein 
Venedigcr, auch von Amadeus Vlll. nach Chambery geladen, 
sein Bildnis zu malen. Er malte es auf Holz, und kehrte 
wol nachher nie nach Venedig zurück, dessen Geschichte dar- 
über schweigt. Ein Franzos, Nicolas Robert, herzoglicher 
Maler, hat, wie man lieset, von 1473 bis 1477 gedient; seine 
Arbeiten sind entweder untergegangen, oder vielmehr unge- 
kannt; vielleicht war er nur Miniaturist, oder, wie man sie 
damals nannte, Büehermaler, dergleichen Künstler wegen der 
Verwandtschaft des Geschäfts eben auch Maler heissen, wie 
die, Welche auf Tafeln und Wände malten. Um dieselbe Zeit 
scheint Raimondo aus Neapel in Piemont gearbeitet zu ha- 
ben, welcher seinen Namen einem Bilde in verschiedenen Ab- 
theilungen in S. Francesco zu Chieri hinterlassen, einem Bilde, 
das wegen der Lebhaftigkeit der Gesichter und der Farbe schätz- 
bar, obwol in den Kleidungen mit Gold überladen ist; ein Zei- 
eben meistens minder gebildeter Zeit. Anzeige eines andern 
Malers jener Zeit gab in der Augustinerkirche jener Stadt 
die Unterschrift eines alten Bilde: Per Martinum Simazotuuz 
alias de Capanigo 1488. Auch im Sieehhause zu Vigevanoi 
finde ich ein Bild auf Goldgrund von Gio. Quirieo aus 
Tortona angemerkt. 
Kein Ort aber giebt hcut zu Tage so viel anziehende Nach- 
richten, als Montferrat, damals ein Lehnbesitz der Paliiologen. 
Wir wissen vom P. della Valle, dass Barnaba von Mo- 
dena in Alba im vierzehnten Jahrhundert eingeführt wurde und
        

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