Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299079
Oberitalien. 
hVl. Buch. 
Die Malerei in Piemont. 
I. Zeitr. 
305 
nicht mehr Turiner, als Parrhasius und Apellcs Römer 
von dem Augenblicke an, wo Griechenland Rom unterthünig 
Ward. Aus diesem Grunde nun habe ich, wie gesagt, diese 
in der mailändisehen Schule betrachtet, zu welcher sie, wenn 
auch nicht als Hörigc, doch wegen Erziehung, Wohnorts, oder 
Nähe gerechnet werden sollten. So verfuhr ich, indem ich 
eine Geschichte der Malerschulen, nicht der Staaten zur Auf- 
gabc hatte. Darum aber sollen die Künstler von Montferrat 
hier nicht ausgeschlossen bleiben. Auch dies ist ein neues Er- 
werbnis des königlichen Hauses seit 1706, jedoch ein früheres, 
als die vorher genannten, und was wichtiger ist, seine Maler 
werden fast nie unter denZöglingen der Mailänder genannt. 
Dabei ist noch zu bedenken, dass sie entweder viel in Piemont 
arbeiteten und darum dies der Ort ist, wo sie genannt werden 
müssen, oder dass sie ihre Heimat nicht verlicssen, mithin, 
wenn man nicht ein besonderes Werk über sie schreiben will, 
nothwendig zu dem Herrschcrgebiet geschlagen werden müssen, 
Woran sie gränzten und welchem sie endlich unterthan wurden. 
ßeschränken wir uns also auf das alte Piemont und bei. 
obachten zugleich Savoyen mit andern bisher unbeachteten 
Gränzorten, so linden wir wenig aufgezeichnet I) und haben an 
den Künstlern nicht viel zu loben; wohl aber an dem Fürsten- 
ßtamme, der die Kunst stets liebte und nach allen Kräften 
förderte. Gleich nach ihrem Wiederaufleben lud Amadeus IV. 
einen Giorgio aus Florenz, ich weiss, nicht, ob Giotto's, 
oder welches Meiters Schüler, an seinen Hof; soviel ist ge- 
wiss, dass er 1314 im Schloss Chambery malte, und die Nach- 
richten über ihn bis 1325 reichen, wo er in Pinarolo arbei- 
bete. Dass er seit jener Zeit in Oel gemalt habe, wird in 
Piemont bezweifelt, und das Giornale di Pisa hat hierüber 
im vorigen Jahre einen Brief bekannt gemacht. Ich weiss zu 
L 
1) Ein Verzeichnis der piemonter Maler und ihrer WVerke gab Graf 
Durando in den Annlerkungen zu seinem 1778 gedruckten Raginna- 
menta su le bellaarti. Auch della Valle hat. in den Vorreden zum 
zehnten und elften Bnmle des Vasari darüber gesprochen. Einige 
Nachrichten enthalten ferner gelehrte Abhandlungen des Verfassers der 
-N0,lz'2sz'e putrie, DerossPg Nuava guida di Tarino, und der erste 
Fand der Pitlure d'Italia. Andere haben wir aus mehrern Büchern 
über Malerei entnommen, die wir ihres Orts anführen werden. L. 
III. Bd. U
        

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