Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299038
Auf den einheim. Slyl folgt der röm. u parmaische. 
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sich aufhielt und beim Grossherzog Gio. Gastone, wie bei sei- 
nem Hofe sehr beliebt war, hat dergleichen. Wenn er, wie es 
Oft vorlicl, Zusätze zu fremden Bildern lieferte, so geschah es 
immer sehr passlich und ziveclrmässig; so zu 'l'avella"s und 
anderer Meister Landschaften nicht nur, sondern auch zu den 
Trümmern Clemente Speraßs in Mailand und andern Bau- 
stücken. Dieser Künstler war auswärts beliebter, als daheim. 
Dies Hinwerfen, wiewol es mit sicherem Sinn und hinlängli- 
Chcr Zeichnung verbunden war, gefiel in Genua nicht, weil es 
von der Vollendung und Vereinung der 'l'inten fern lag, die 
jene Meister liebten; darum arbeitete Magnasco wenig für 
sein Vaterland und zog ihm keinen Schüler. Einen ausge- 
zeichneten aber gab er yenedig, nämlich Bastiano Ricci, 
von welchem mehrmal die Rede gewesen ist. 
ln den letzten Jahren starb Gio. Agostino Ratti aus 
Savona, ein Maler von der heitersten Laune. Er that viel für 
die Heiterkeit der Bühnen durch schöne Decorationcn, fiir Ca- 
binets durch witzige Zerrbilder, die er auch in Kupfer stach. 
Nicht minder hatte cr zu Kirchenbildern Geschick, wie sich in S. 
Johannes zu Savono erweiset, wo ausser andern Lebensereignis- 
sen des Vorläufers auch eine Enthauptung sich befindet, die sehr 
gelobt wird; auch in der Theresierinncnkirche zu Genua. Er 
hing immer an Luti, dessen Schule er in Rom besucht hatte. 
Auch ein guter Wandmalcr war er; zu Casale in Monferrato 
habe ich die Empore der Minoriten gesehen, wo er zu den An- 
sichten des Cremoncrs Natali Figuren gemalt hat. Aber 
Seine Stärke waren witzige Gemälde; dafür hatte er eine weite, 
reiche und schöpferische Phantasie. Es giebt nichts Artigeres, 
als seine aceraner Mummenschanze, die er als Balgereieu, 
Tänze, oder andere Handlungen vorstellte, wie man sie auf 
Schaubühnen in Possenspielen sieht. Luti, sein Meister in 
Rom, lobte ihn in dieser Gattung als einen der besten Köpfe, 
ja, stellte ihn dem Ghezzi gleich. Die Kunde von digggm 
Gib. Agostino hat mir sein Sohn mitgetheilt, der schon 
mßhrmal in meiner Geschichte genannt worden ist und im Jahr 
1795 starb. Er sammelte noch andere uugedruckte Nachrich- 
teil über seine Schule, sowol in alter als neuer Zeit, für den 
Dmßk. Die Handschrift, welche wol manchen Nachtrag zu 
meinem Werke hätte liefern können, ist leider nicht auffind-
        

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