Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299020
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Oberilalien. 
Fünftes 'Buch. 
Die genueser Schule. 
das er in Landschaften anbrachte, auch il Solfarolo ge- 
nannt wurde. Anfangs eiferte er ihnen nach; später sänftigte 
er seinen Styl nach Castiglionifs, Poussirvs und gu- 
ter Niederländer Werken. Nach Sestri gilt er unter den 
genueser Landschaftern für den Ersten. Seinen Styl kann man 
leicht in den genueser Sammlungen kennen lernen, besonders 
im Palast Franchi, der über dreihundert Bilder von ihm hatte; 
und allerdings gehört; er zu den Ersten seiner Zeit. Die Lüfte 
sind warm, die Landschaften gut abgestuft, die Lichtwirkun- 
gen anmuthig, Pflanzen, Blumen und Thiere höchst anmuthig 
hingeworfen und doch mit der genauesten Wahrheit. In Figu- 
ren halfen ihm die beiden Pioli, Vater und Sohn, öfter noch 
Magnasco, mit Welchem er gemeinschaftlich arbeitete. Zu- 
weilen malte er sie selbst, zwar nach den Vorbildern seiner 
Mitarbeiter, aber doch auf eine ihm eigene Weise. Carlo 
Antonio hatte_eine Tochter, Angiola, eine schwache Er- 
finderin, aber gute Vcrbreiterin der Erfindungen ihres Vaters. 
Damals legten sich Viele darauf, ihn nachzuahmen; vor Allen 
kam ihm ein Niccold Micone nahe, oder lu Zoppo (der 
Lahme), wie ihn seine Mitbürger gewöhnlicher nennen. 
Alessandro Magnasco, genannt Lisandrino, war- 
Sohn eines Stefano, der, von ValerioCastello unterrich- 
tet, nachdem er InehrereJahre in Rom gelebt, jung starb und 
seinem Vaterlande nur wenige Bilder und Trauer um seinen 
Geist hinterliess. Der Sohn wurde von Abbiati in Mailand 
unterrichtet, und trug den entschlossenen, mit wenig Zügen 
treffenden Pinselwurf des Meisters in Rüstgezniildexi auf seine 
augenblicklichen Einfälle, Schauspiele und Volkshandlungen 
über, worin er gleichsam der Cerquozzi dieser Schule ist. 
Seine Figiirchen sind nicht viel über eine Spanne hoch. Seine 
Darstellungen sind heilige Festaufzüge, Miidchen- oder Kna- 
bensehulen, Mönchseapitel, kriegerische Uehungcn, Handwerks- 
arbeitcn, Judenschulen, die er am liebsten und witzigsten be- 
handelte. Seine krausen Einfälle sind in Mailand nicht selten; 
auch der Palast Pitti in Florenz, wo Magnasco einige Jahre 
Antonio wurde 1668 geb., war zehn Jahr alt, als er sich der 
Malerei widmete und ging im dreizehnten Jahre zu Grünlbröcll 
in die Lehre. Q,
        

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