Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1299000
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Oberitalien. 
Fünftes Buch. 
Die genueser Schule. 
grossen Compositionen auf Kalk tüchtig, wobei ihm zuweilen 
hinsichtlich der Zieratcn der Cremoner Natali half. in Ge- 
nua malte er die hlngdalcrlenlairche; und jene Wandgemälde, 
wodurch er in der Stadt berühmt zu werden anfing, gehören 
zu den fleissigsten, die er geliefert hat; aber nach dem ersten 
Bilde musste er seine 'I'inten etwas säixitligexi. ln seiner Va- 
terstadt hatte er wenig und nur in den ersten Jahren gearbei- 
tet; daher er dort nicht so in Ruf steht, wie in Oberitalien. 
Er verseherzte ihn fast ganz, wie jene Zucch er i, Peruzzini, 
Ricchj und andere Abenteurer der Malerei, die malend rei- 
sten, oder reisend malten, hurtig von Land zu Land ohne 
neue Studien dieselben Figuren und zuweilen dieselben Dinge 
wiederholend. Daher findet man auch von ihm Arbeiten nicht 
hlos in mehrern Städten 'l'oscanas, sondern auch in Piaeenza 
und Parma, wo er viel in Diensten der Fürsten arbeitete; aus- 
serdem in Codogno, Lodi, Cremona, Mailand, Vicenza, Bergae 
m0 und Turin, wo er Vorsteher der Akademie wurde. in die- 
sem Amte beschloss er seine Tage im Jahre 1746. Doch hatte 
er sich in Genua niedergelassen, WO ihm zwei Sühne folgten, 
Giuseppe und Gio. Batista, welche 1769 noch lebten 
und, von Ratti mit Ehren erwähnt, treiiliehe Maler genannt 
wurden. 
Von der Mitte des Jahrhunderts bis auf unsere Zeit bie- 
ten sich, theils wegen des damals in Genua eingetretenen Kriegs? 
ungliiclas, thcils wegen des Verfalls der Malerei in ganz Italien, 
wenig Künstler, deren man gedenken könnte. Nicht wenig 
Verdienst, besonders in geschichtlichen Cabinetgexixiilden, hatte 
Domenieo Boeciardo aus Finale, Morandi" Schiller 
und Anhänger, ein Maler von wenig Ertixidung, aber genau 
undvon schönen Tinten. In Genua ist in S. Paolo ein heil. 
Johannes von ihm, welcher die Menge tauft; und wiewol er 
in dem Gebiete noch bessere Bilder gemalt hat, gniigt doch 
dies ihn zu achten. Einigen Rufs erfreute sich auch Frau- 
ceseo Campora, aus Polcevera gebürtig, der in Neapel, un- 
ter Solimene gearbeitet hatte, aus dessen Schule auch G10, 
Stefano M aja, ein treflliehcr Bildnismaler, hervorging. Ein 
Batista Chiappe aus Novi schien, nachdem er sich lange 
in Rom in dir Zeichnung geübt, und in Mailand ein leidlieher 
Colorist gcivorden, viel zu versprechen. In S. lgnazio zu Ales-
        

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