Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296210
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
19 
und bekam 1490 auch das Bild in der Capelle Bentivogli zu 
S- Jßßßpß zu malen, wo er beischrieb: Franciscus Fran- 
ciß Alüifex, als wollte er bemerken, dass er seines Gewer- 
bes Goldschmied, nicht Maler sei. Gleichwol ist dies Werk 
sehr schön und hat in jeder Figur und Verzierung viel Kunst- 
feinheit, besonders in den auf Mantegnzfs Weise mit Ara- 
besken verzierten Pfeilern. Illlit der Zeit wurde Sein Styl 
grösser; daher unterscheiden Kenner seine erste und zweite 
Manier. Cavazzoni, der über Bolognas Madonnen schrieb, 
möchte uns überreden, Raffael selbst habe Franciafs Muster 
benützt, um seine von Pietro angenommene trockene Manier zu 
verbessern. Wir wollen aber diesen Ruhm Raff ael"s Geiste 
lassen, dessen Jugendarbeiten in S..Severo zu Perugia weit 
mehr Saftigkeit zeigen, als sein Meister und F r an ein je hat- 
ten; ausser diesem aber den Mustern des F. Bartolommeo 
della Porta, und Michelangelo, indem wir nicht wissen, 
wie hier füglich Francia mit einzusehliessen seyn nlöchte. 
Als Raffael in Rom mehr für einen Engel, als einen Men- 
schen galt und schon manche seiner Arbeiten nach Bologna 
gesendet hatte, trat er, von Francia aufgefodert, mit ihm 
in Briefwechsel, ward sein Freund und bat ihn bei Uebersen- 
dnng seiner Cäcilia, wenn er einen Fehler darin fände, ihn zu 
verbessern; eine Bescheidenheit unseres Apelles, die noch be- 
wundernswürdiger ist, als seine Gemälde! Dies geschah im 
Jahr 1518, mit welchem Vasari Francizfs Leben schliesst 
und sagt, er sei beim Anblick dieser treßlichen Arbeit vor 
Rührung gestorben"). M alvasia widerlegt ihn und beweiset, 
dass er noch viele Jahre nachher lebte und so alt und sinkend 
L 
trachtet werden kann, so hindert die doch den Einfluss nicht den 
P eru gin o ' s Gemälde auf Fra n ciaRs Bildung haben musten. 
Q. 
11) Schon zehn Jahre zuvor standen Raifsel und Francia in 
freundschaftlichem Briefwechsel und senäeteu einander wenigstens 
Zeichnungen, wie man aus RaffaePs Brief an Francia v. 5. Sept. 
1503 ersehen kann. Raccalzu dz" leltere sulla pitturu; 96141514"! 9d 
urnhitettura T. I. p. 82. Was den Brief betrifft, welchen Vasari 
Rnführt ( V fte de' piü eccellemi pjllarz", scultnried arcllitetti Svritlß du 
M. Giargia Vasari T. IV. p. 274. Siemz .114l.), so bittet 
Raffael darin, wenn etwa an Qem Gemälde Einiges bekrßlzß, oder 
auch fehlerhaft wäre, dass [Yrancia solches ausbessern und verbes- 
sern möchte u. s. w. Q. 
B 2
        

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