Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298983
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Oberitalien. 
Fünftes Buch. 
Die genueser Schule. 
Man entdeckt darin Spuren der bologner und parmaischen Ma- 
nier; in den Köpfen aber und der Farbenanordnung ist etwas 
Neues und Eigenes, welches ihn unterscheidet und kennzeich- 
net. Wie schnell er auch malte, kann man ihn doch keiner 
Nachlässigkeit zeihen. Mit einer Lebhaftigkeit und Eigenheit, 
die erfreut, verbindet er einen Fleiss in Umrissen und Tinten, 
und eine Rundung, die meisterhaft ist, besonders in Oelbil- 
dern. Von seiner Hand sind in Piaeenza viele Bildtafeln, un- 
tei; andern der heilige Jakob bei den Franciscanern, im Dom 
die heil. Agnes, in S. Lorenzo das Bild des Kirchenheiligen, 
und das grosse auf Leinwand, die Mönchsorden, welche vom 
heil. Augustin ihre Regel erhalten; ein Stoff, den schon Mas- 
sarotti in dem benachbarten Cremona gut, aber doch minder 
gut, als er, behandelte. Der Propst Carai lobt besonders 
das, was er zu Busseto im Pallaste Pallavieino gemalt hat. ln 
Genua malte er wol nur einiges für Bürger.  
Orlandi, der von diesem wackern Manne keine Kunde 
hatte, rechnet unter Europas erste Maler Gioseffo Pal- 
mieri, der mit dem ilorigen in den ersten Jahrzehnten des 
gegenwärtigen Jahrhunderts lebte. Dies Lob scheint übertrie- 
ben und bezieht sich vielleicht bloss auf PalmierPs Ver- 
dienst in Thierstücken, die sogar vom portugiesischen Hofe 
bei ihm bestellt wurden. Auch in Geschichtbildern mit mensch- 
lichen Figuren ist er ein geistreicher Maler von schönem Zau- 
ber des Colorits; dabei harmonisch und gefällig, wo ihm die 
Schatten nicht zu stark geriethen. In der Zeichnung jedoch 
haftet ein grosser Flecken an ihm, wiewol er bei einem flo- 
renzer Maler lernte, der ihm auch guten Unterricht ertheilt zu 
haben scheint; denn in der Auferstehung zu S. Domenico und 
andern ileissiger gearbeiteten Gemälden finden Kenner wenig 
oder nichts zu tadeln. 
Beifall erhielt auch besonders in Erfindungen und Colorit 
ein Pietro Paolo Raggi, Zögling einer unbekannten 
Schule, wenigstens aber Caraccist in einem heil. Bonaven- 
tura, der den Gekreuzigten betrachtet; einem bedeutenden 
Gemälde des Guastato. Gallerien haben von ihm einige Bac- 
chanale, welche viel von C a s t ig l i 0 n e's Geschmack ha- 
ben, wie Ratti bemerkte, und von Carpioni, wie man in 
einem Briefe der Leiters pittoriche im fünften Bande lieset.
        

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