Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298978
Auf den einheim. "Styl folgt der röm. u. parmaische. 
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arbeitete er nach eigncm Sinne, wie die heil. Augustiner in 
der Yisitnzione ednrthun, und immer lieferte er der Schule die 
besten Muster. Auch er hatte mehr Verdienst, als Namen. 
Einen zarten Pinsel nach FcrrarPs iVeise und min- 
der unbefangenc Nachahmung des C o r e g g i 0, als im je- 
nem, bemerkt man an Bartolommco Guidobono, oder 
dem Priester von Savona. Dieser, gewnhnt majolisehe Geliisse 
mit seinem Vater zu malen, der dazu an dem Hofe zu Sa- 
voyen angestellt war, legte in Piemont den ersten Grund Sßlv 
ner Kunst; und in Tllflll habe ich einige Gemälde von ihm 
gesehen, die einen Anflug neapelischcn Colorits haben, welches 
eine Zeit lang dort beliebt war. Er ging nach Parma und. 
Venedig, wurde durch Copiren und Uebungen ein sehr geschick- 
ter Maler, und bekam in Genug und dessen Gebiet Bestellun- 
gen in Menge. Mehr als die Zeichnung der Figuren, die et- 
was Liingliehcs hat, lobt man seine Meisterschaft in Beiwerken, 
Früchten, Blumen und Thieren; diese Gabe entfaltet er beson- 
ders in einigen Fabeln im Palaste Centurioni. Er hatte grosse 
Studien nach Castigliorle gemacht und Nachbilder gelie- 
fert, die man schwer von den Urbildern unterscheidet. Darum 
aber ist er kein zu verachtender Figurenmaler, und es ge. 
reicht ihm zu besonderm Lobe, dass er eine grosse Sanftheit 
des Pinsels mit schöner Wirkung des Helldunkels vereint; wie 
im trunkenen Loth und in drei andern geschichtlichen Oelbil- 
dem im Palaste Brignole Sale. Auch in Piemont sindv viel 
Arbeiten von ihm und seinem Bruder Domenico, der eben- 
falls zart und anmuthig ist. Von diesem ist im Dom zu Tu- 
ÜII eine Eßgelglorie, die man fast dßr gilidischen Schule 
zuschreiben könnte. Hätte er immer so gearbeitet, so könnte 
man ihn dem Priester vorziehen; aber das that er nicht; viel- 
mehr sind in Genua unter wenig guten Bildern von ihm viel 
alltägliche.  
Ehe ich nun die Nachahmer der parmaischen Schule ver- 
lasse, muss ich nochmals vom Ritter Gio. Batista Draghi 
Sprechen, den ich beiläufig schon im dritten Buche nannte. 
Er war Schüler Domenico Piu la's gewesen, von welchem 
er die Schnelligkeit lernte; übrigens war e? Urheber eines nenen 
Styls, den er sich, ich weiss nicht wo, bildete, in Pnrma aber 
und noch mehr in Piaeenza übte, wo er lange lebte und starb.
        

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