Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298935
Auf den einheim. Slyl folgt der röm. u. parmaische. 2' 9 1 
lern, worin er in den venediger und lombardischen Gallerien 
sehr bekannt ist. Man sagt, er habe täglich eins gemalt; er 
malte ein Gesicht nach der Natur, ohne jenes unnennbare 
Grossartige hincinzulegen, das wir in ähnlichen Gegenständen 
an den griechischen Bildhauern so sehr bewundern. Dennoch 
belebte er diese Gesichter mit einer Kraft der Tinten und ei- 
ner glänzenden Illunterkeit des Pinsels, die sehr beliebt waren 
und das Stück mit nicht weniger als funfzig Ducaten bezahlt 
wurden. lm Jilulerzvörterbuclze findet man ihn nicht; was mich 
nicht Wunder nimmt; denn wer kann in so weitschichtigcn 
Werken Alles wissen und bemerken?- 
Die meisten genueser Jünglinge aber, die nach Rom gin- 
gen, machten sich an Maratta. Gio. Stcfano Robatto 
aus Savona kehrte zweimal zu seiner Schule zurück und blieb 
viele Jahre dort. Er befruchtete auch seine Phantasie durch 
Besuch anderer italischer Schulen, sowol als Deutschlands, und 
liess sich erst in reifern Jahren in seiner Heimat nieder. Dort 
hat er Arbeiten geliefert, die ihm Ehre machen, wie den heil. 
Franeiscus, der die Wundmalc empfängt, ein Wandbild im Ka- 
puzinerkloster. Andere Arbeiten aus dieser seiner ersten Zeit 
werden durchaus gelobt, besonders im Colorit, worin er selbst; 
von genueser Künstlern gerühmt wurde, die doch die bgstgn 
Muster vor sich hatten. Nachher ergab er sich dem "Spiele, 
liess jeden Gedanken an Ehre fahren, erniedrigte sich und sei- 
nen Pinsel und lieferte wie ein Handwerker höchst unbedeutende 
Arbeiten auf den liauf. Wohl konnte man daher sagen, Sa- 
vana habe keinen bessern und keinen schlechter-n Maler gehabt, 
als ihn. 
Gin. Raffaello Badaracco, Giuseppe's Sohn, von 
welchem in einem andern Zeitraume gesprochen worilen, ging 
aus seines Vaters Schule zu der des' Maratta über; indem er 
lluu nach einenx leichtem Style trachtete, ward er grossentheils 
Cürtonisch, sehr angenehm in der Farbe, gut auftragend 
und freigebig mit dem feinsten Ultramarin, welches seine Ge- 
mälde hebt und dauerhaft macht. lln Sammlungen sind ge- 
Sßhichtliclze Stücke von ihm häufig; von den grössten, die er 
geliefert, hat dielhrthause von Polcevern zwei aus dem Leben 
des heiligen Stifters. Ganz Marattist ward ein Rolando 
Nlarchelliyaber durch den Handel zerstreut, malte er wenig. 
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