Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298851
Baldige 
Erhebung 
der 
Malerei. 
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Einen andern grossen Ligurcr muss ich hier erwähnen, 
der nicht Paggiis, noch Sorri's, noch eines andern tüchti- 
gen Meisters, sondern sein eigener Schüler war; denn die An- 
fangsgründe der Kunst, die er von dem mittelmässigen Ora- 
zio Cambias o lernte, konnten ihn nicht so weit führen. Er 
war in Voltri geboren und hiess Gio. Andrea Ansaldo. 
Er ist der Einzige dieser Schule, der in der Fcrnenmalerei dem 
Giulio Benso den ersten Rang streitig macht, welcher ihn 
aus Eifersucht auf seine Kunst in einem Sitreite verwundete; 
ein. Mordversuch, der einige Jahre später abermals von un- 
bekannter Hand an ihm gemacht ward! Neben der Empore 
der Nunziata von B ens o gemalt, sieht man Ansaldo's 
Kuppel, die jetzt durch Feuchtigkeit verdorben und dennoch 
durch schöne Motive, Adel der Bauwerke und einige noch 
verschonte Figuren merkwürdig ist. Beim Anblick dieses 
Werks kann man diesem Künstler eine grosse Anlage für 
Kuppelmalerei, das Höchste in der Malerei, wie Kolcssen 
in der Bildnerkunst, nicht absprechen. Seiner übrigen Wandge- 
mälde in Kirchen und Bürgerhüusern sind gar viel; besonders 
wird er im Palaste Spinola zu S. Pier d' Arena bewundert, 
wo er des March. Federico, der Zierde dieses Geschlechtes, 
kriegerische Grossthaten darstellte. Unter seinen Oelbildern 
wird ein heiliger Thomas gepriesen, der in einer Kirche drei 
Könige tauft. Er befindet sich in dem Oratorium dieses Hei- 
ligen, und bewährt den kräftigen Zeichner, den heitern Ver- 
zierer von Orten und Personen, den Meister eines sanften, 
süssen Farbenverein. Dies ist sein durchgängiger Kunstzug, 
der theils etwas Eigenes, weil durch unermüdetc Uebung er- 
worben, ist, theils etwas von den Venedigern, besonders von 
Paolo hat. Ansaldo ist einer von denen Malern, die viel 
und gut malten.  
Unter einen Schülern kam ihm sein Landsmann und Vet- 
ter Orazio de' F errari sehr nahe. Er war ein guter Wand- 
llnd noch besserer Oelmaler. Man braucht nur sein iAbend- 
mahl im Oratorium des heil. Siro zu sehen, um einen höchst 
Vortheilhaften Begriff von ihm zu bekommen.  Giovacchino 
Assereto hatte mehr in der Zeichnung, als im Colorit von 
Ansaldo gelernt; zumeist strebte er sehr nach Wirkung des 
Helldunkels, gleich seinem ersten llileistcr Borzone, wie in
        

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