Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298842
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Oberitalien. 
Fünftes Buch. 
Die genlieser Schule. 
für den Dom der Stadt einen heil. Hieronymus und andere 
Bilder in verschiedenen Kirchen, welche sein Ansehen begrün- 
den. Er war Vater einer angesehenen Malerfaiuilie. Sein er- 
ster, am londoner Hofe gestorbener Sohn Niccolö ward ei- 
ner der berühmtesten Bildnismaler seiner Zeit, der lange in 
Florenz lebte. Der Grossherzog besitzt einige geschichtliche 
Bilder und etliche höchst anschauliche Bildnisse von ihm, wor- 
unter in der Gallcrie zwei llalbiiguren zweier Hofnarren sind, 
die man nur gern ansieht. Dieser sein Styl, der viel von 
S t r oz zi hat, sagt man, habe ihm viel Mühe gekostet, er 
habe über der Arbeit nicht gehört, wenn man ihn gefragt; zu- 
weilen habe er sich wüthend zu Boden geworfen und geschrieen, 
diese Figur sei nicht hinlänglich colorirt, noch belebt, bis er 
den Pinsel wieder ergriffen und sie nun so gemalt habe, wie 
sie in seinem Geiste gestanden. Gio. Agostino, der Abt 
Cassana genannt von dem geistlichen Gewande, das er immer 
trug, war guter Bildnismaler, zeichnete sich aber in Darstel- 
lung der Thicre aus; dergleichen sind in der florenzer, vene- 
diger, genueser und andern italischen Gallerien viel, obwol sie 
oft unter Castiglionfs Namen gezeigt werden. Gio. Ba- 
tista war der dritte Bruder, und malte Blumen und Früchte 
in sehr gefälligen Bildern besser, als einer. Auch eine Schwe- 
ster von ihnen, Maria Vittoria, die im Anfange dieses Jahr- 
hunderts zu Venedig starb, malte heilige Bilder für Privatleute. 
In dem, was ich über die Cassana beigebracht, habe ich 
mich an Ratti, ihren Landsmann und genauen Schrift- 
steiler, gehalten. Einige, welche über die florenzer Gallerie 
geschrieben haben, wo die Bildnisse der drei Ersten sind, wei- 
chen in einigen Umständen ab und schreiben dem Einen zu, was 
einem Andern gehört. Niccole war in der Tinte-derjenige, 
der sich dort aufhielt und beim Prinzen Ferdinand sehr be- 
liebt war; und auf ihn will man B o r g h i n i-'s Bemerkung 
(S. 316.) beziehen, dass RaffaeFs von Pescia in den 
Palast Pitti geschaiftes Bild von Cassana vollendet worden 
sei. Hierüber jedoch , wie über anderes auf die Cassani Be- 
zügliche, lese man VianellVs Calalogo p. 97., Wo ein aus- 
gezeichnetes Bildnis eines ilcissigcn Jüngliugs von Niccolö 
beschrieben wird und eine lange Erörterung folgt, welche viel 
ILicht über diese Familie gicbt.
        

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