Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298832
Baldige 
Erhebung 
der 
Malerei. 
281 
decus, und es gereicht ihm zu grossem Lobe, neben den gräss- 
ten Coloristen zu ruhen. 
In dieses Meisters Schule vervollkommnete sich Gio. An- 
drea de' Ferrari, früher von Castelli gebildet, von des- 
sen lliattigkeit sein Theodosius, ein Altarbild in Gesu, einigen 
Beischmack hat. In vielen Arbeiten ist er ein guter Anhänger 
Strozzi's, wie in der Krippe im Dom zu Genua und in 
der Geburt U. L. F. in einer Kirche zu Voltri, wo alle Figu- 
ren zu leben scheinen. Wiewol wenig bekannt und von So- 
prani wol minder gelobt, als er verdient, ist er doch einer 
der Ersten unter den Genuesern; und zu seiner Ehre gniigt es 
zu bemerken, dass er Meister des Gio. Blernardo Car- 
bone, des ersten Bildnismalers dieser Schule, war. Oft wur- 
den seine Bildnisse von den Einsiehtvollsten für Vandycläs 
gehalten, oder wenig woblfeiler, als diese, gekauft. Er com- 
ponirte auch gut, wie sein König Ludwig der Heilige al Gua- 
stato beweiset. Er gefiel dem Besteller nicht, der in Paris 
noch zwei bestellte, die nach einander als würdigere aufge- 
stellt wurden. Sie waren es aber nicht; darum kam auch das 
cnrbonisehe Bild wieder an seine Stelle, und die beiden an- 
dern wurden ihm als Seitenbilder beigegeben, wie um. ihm zu 
höfeln. 
Ein anderer würdiger Schüler StrozzVs lebte viel in 
Toseana und zeichnete sich dort aus: Clemente Bocciard o, 
von seinem ungeheuern Körperbau Clementone genannt. 
Er studirte in Rom, dann in Florenz, ging viel mit Casti- 
glione um, und bildete sich einen geregeltem und idealem 
Styl, als sein Meister, dem er jedoch in Wahrheit der Tinten 
nnehsteht. Seine Bühne war Pisa, wo er im Dom und an an- 
dern Plätzen sehr geschätzte Arbeiten hinterliess, denen allen 
in seinem Lebentein heil. Bastinno in der Karthanse vorgezogen 
wird. Sein Bildnis malte er für die florenzer Gallerie, und es 
kehrte nicht bloss, wie es mit gewöhnlichen Malern geht, dort 
ein, sondern wohnte und wohnt noch daselbst. 
EinDritter aus dieser Schule, der lange in Venedig, nach- 
her in Mirandola lebte, ist Gio. Franceseo Cassana, ein 
weicher und zarter Colorist, Meister des Langetti. In Ve- 
nedig ward er wenig beachtet und arbeitete bloss in Privathau- 
sern; als er hierauf an den Hof zu Mirandola ging, malte er
        

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