Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298815
llI 
Baldige 
Erhebung 
der 
Malerei. 
279 
stato angedeutet; aber in demselben Geschmack. und in ähnli- 
chen Gegenständen arbeitete G-iovanni al Gesu, und zu S. 
Uomcnico in Genua, zu S. Antonio Abate in Mailand, wo er 
starb; zu geschwcigen der vielen Fabeln und Ereignisse, wo- 
mit er in seiner Vaterstadt mehrere Paläste schmückte. bVas 
der andere Bruder in vielen lliiusern, in den genannten Kir- 
chen, zu S. Siro und anderiviirts gemalt, ist nicht so leicht 
aufzuzühlen. Die geschichtlichen Bilder der Capelle des könig- 
lichen Palastes werden unter seine schönsten und neuesten Ar- 
beiten gezählt; ferner der lndiencntdecker Columbus, die auf 
Scio gcmarterte Justiuiane, die nach Genua gebrachte Asche 
des Vorlüufers, andere ligurische und vaterstüdtische Begeben- 
heiten. Auch die Alter- und Oelbilder von ihm in vielen Kir- 
chen isind nicht leicht anzugeben. lch begnüge mich die drei 
Bilder aus S. Clemens von Ancira al XGuastato zu erwähnen, 
die so überein gearbeitet, so anschaulich "sind und etwas so 
Schreckliches haben, dass sie einen die Blicke von dem un- 
menschlichen Schauspiel abzuwenden und zu zerstreuen zwingen. 
Vielleicht wird nicht Jeder glauben, was ich von Gio. Bati- 
sta gesagt habe; denn unmöglich scheint ein Maler so wenig 
bekannt seyn zu können, der so schwer vereinbare Eigenschaf- 
ten in sich vereint, eine- wunderbare Meisterschaft in Wand- 
und Oelmalerei, Colerit und Zeichnung, Schnelligkeit und 
Richtigkeit, unermessliche Menge von Arbeiten und Fleiss, wie 
wenig Wandmalcr. bVcr aber unbefangen an Ort und Stelle 
die angegebenen Werke sieht, wird hoffentlich nicht viel an- 
ders urtheilen. Er ward 85 Jahr alt und verlor weder die 
Geisteskraft, grosse Gebilde zu erfinden und mannichfaltig dar- 
zustellen, noch die Freiheit der Hand, sie mit fast unver- 
gleichlicher sicherer Obmacht über den Pinsel zu behandeln. 
Von seinen Söhnen Andrea und Niccolö wird in einem 
andern Zeitraume die Rede seyn; hier will ich nur bemerken, 
dass Pascoli und Orlandi wenig genau über diese Familie 
geschrieben haben. 
 Der andere von S o rri unterrichtete grosse Colorist war 
B ern ard u Strozzi, bekannter unter dem Namen C ap p u c- 
_cin o g e n o ve s e, weil er diesem Orden angehörte. Er hCiSSC 
auch il Pr e te g c n o v c sc , weil er , schon als lfriestcr aus 
dem Kloster getreten , um seine alte Mutter und eine manu-
        

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