Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298793
III. 
Baldige 
Erhebung 
der Malerei. 
277 
zu Schülern, zwei Lichter dieer Schule." Gio. Carlone 
ging bald nach Rom, hierauf nach Florenz, wo er von Pas- 
signano, Sorri's Schwiegervater und Meister, geleitet ward. 
Passignani war nicht sowol grosser Colorist, als Zeichner 
und Componist; es ist aber schon bemerkt werden, dass der 
Geschmack im Celorit derjenige Theil der Malerei ist, der am 
mindesten lehrbar ist und sich mehr aus dem Geiste jedes 
Malers heraushildet. Carlone war gross in Auffassung ge- 
schichtlicher Handlungen, genau und anmuthig in der Zeich- 
nung, tief und erwägsanl im Ausdruck, ganz ausgezeichnet 
aber im Colorit von Wandgemälden. ln dieser Gattung wollte 
er sich auszeichnen, und wie viele ausländische Muster der- 
selben er auch in Rom und Florenz gesehen hatte, hielt er 
doch nicht an diesen sowol, als er, wenn ich nicht irre, 
strebte, den Geschmack seines T a v a r o n e in den Bildern 
zu S. Lorenzo zu befolgen, ja, zu übertreffen und schöner 
auszubilden. Ich habe diesen Styl und seine Kraft, Rein- 
lichkeit, Heiterkeit, wodurch er dem Beschauex" entgegentritt 
und gleichsam aus der weitesten Ferne seinen Augennahet, 
bereits geschildert. Will man Giovanni noch in Etwas loben, 
so sind es diese Gaben in einem hühern Graxde; dazu ist er 
in den Umrissen genauer, in Anordnung mannichfaltiger und 
reicher. In allen diesen Eigenschaften steht ihnen Gio. Ba- 
tista Carlone voran, ebenfalls Passignanok Schüler, in 
Rom gebildet, hierauf in Grundsätzen und Arbeiten Gcnoss sei- 
nes erstgcbornen Bruders Giovanni, den er funfzig Jahre 
überlebte, gleichsam als sollte er diesen Geschmack so weit 
als möglich ausbilden. 
Die Nunziata del Guastato, dies ausgezeichnete Denkmal 
der Frömmigkeit und des Reichthums der edeln Lomellini, eine 
Kirche, welche einer grossen Stadt Ehre machen könnte, die 
sie auf gemeinsame Kosten so zu ihrer Hauptkirche erhoben 
llnd ausgeschmückt hätte, diese Kirche, sage ich, hat keine 
iiberraschenderen Werke, als ihre drei, fast ganz von den beiden 
Brüdern gemalten Schiffe. In dem mittlern stellte der erste die 
Erscheinung U. H. dar, seinen feierlichen Einzug in Jerusa- 
lem, das Gebet am Getbsemane, die Auferstehung, die Auffahrt 
zum Vater, die Ausgiessung des heil. Geistes, die Himmelfalut 
Ü- InF. und andere dergleichen Begebenheiten. in einem der
        

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