Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298789
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Oberilalien. 
F ürifles Buch. 
Die genueser Schule. 
hat in dieser Gattung vielleicht kein belobteres Werk, als das 
des Benso in der Nunziata del Guastato; wo auf der Empore 
eine jener Ansichten mit Brüstungen und Süulengiingen ist, 
worin Colonna und Metelli so vorzüglich waren. Man 
weiss, dass diese Beiden auch Giulio's Arbeit bewunderten; 
vriewol er heutiges Tags, wo- man das Einfache mehr liebt, 
ihm vielleicht Ueberladung in den Verzierungen vorwerfen würde. 
Er stellte darin den Eingang U. L. F. zur Verklärung, nebst 
einigen Ereignissen ihres Lebens dar, wo er die Gesetze des 
von Unten nach Oben sehr streng beobachtete; eine Kunst, die 
damals unter den Seinen wenig bekannt war. Giovanni 
und Batista Carloni, die soviel in jener Kirche arbeiteten, 
werden hierin von ihm übertroffen; auch übertreffen sie ihn 
wenig in Zusammenstellung und Colorit. In der Stadt hin- 
terliess Benso wenig Oelhilder; das des Domenieo in der 
Kirche dieses Heiligen gehört zu seinen bessern, und hat wol 
mehr von der bologner, als von seiner Schule.  
Castellino Castello war ein besonnener Componist 
nach Art seines Meisters Paggi, auch, soweit man nach meh- 
rern Bildern urtheilen kann, schulgerecht und zierlich. In dem 
Pfingstbilde am Hauptaltar der heil. Geistkirche zeichnet er 
sich sehr aus. Seinen grössteu Ruhm aber verdankt er, gleich 
Andern jener Zeit, der Bildnismalerei, zu deren Empfehlung 
man nur anzuführen braucht, dass Vandyck von ihm gemalt 
seyn und ihn dafür malen wollte. Dies ehrt ihn mehr, als die 
Gedichte seiner zeitgenössischen Dichter, unter welchen Chin- 
brera und Marine waren, deren Bildnisse er auch der Nach- 
welt überliefert hat. Er wer Bildnismaler des K. Hauses von 
Savoyen und hatte in dieser Kunst einen Nacheiferer in seinem 
Sohne Nieeolö, der in Genua sehr beliebt war, als Soprani 
schrieb. Andere aus Paggfs Schule Hervorgegangene, die 
in Landschaften oder andern kleinen Gattungen der Malerei 
berühmt waren, bleiben dem Ende dieses Zeitraums vorbe- 
halten.  
PaggVi Nacheiferer war der Siener S o rri gqwesen. 
Sein Styl ist ein Gemisch aus Passignani und Pxaol Ve- 
ronese, wenn ich nicht irre, auch Marco' von Siena, des- 
sen Kreuzabnahnxe in Araceli Sorri in S. Siro zu Genua bei- 
nah wiederholt hat. Hier hatte er Carlone und Strozzi
        

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