Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298742
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Oberitalien. 
Fünftes Buch. 
Die genueser 
Schule. 
Bestellungen hatte. Wenig Oeifentliches ist auch von Fran- 
eesco Capuro vorhanden, Weiher, für Hof und Bürger in 
Modena viel arbeitend, dort und ausser seiner Vaterstadt lange 
lebte. Er ist in Zeichnung und Composition dem Fiasella 
am meisten ergeben; im Colorit aber hängt er sehr an Spa- 
gnoletto, an welchem er sich in Neapel übte. Im Geschmack 
dieses Malers malte er Bilder mit halben Figuren, die ihn viel- 
leicht am meisten berühmt machten. Noch weniger Oeifent- 
liclles giebt es vom jungen Luca Saltarello; aber schon 
sein heil. Benedict in S. Stefano, im Begriff einen Todten zu 
erwecken, ein Bild von tiefen Tinten, Farbeneintracht und 
wohlverstanden, beurkundet eben so sehr seine frühe Reife, als 
es bei verlängerter Lebensfrist ausgezeichnete Leistungen ver- 
bürgte. Da er sich nun auch noch jene feine Bildung geben 
wollte, welche die alten Bildwerke beseelt, so ging er nach 
Rom, wo er jedoch seinen Anstrengungen unterlag.  
G-regorio de' Ferrari di Porto Maurizio erhielt 
von S arz an a einen Unterricht, der dem auf etwas Freicrcs und 
Grösseres hinstrebenden Geiste des Schülers nicht zusagte; Er 
ging also nach Parma, betrachtete Coreggiifs Werke genau, 
copirte die grosse Kuppel höchst flcissig, welche Mcngs nach 
mehrern Jahren kaufte, und kehrte mit einem ganz andern Stylc 
zurück. 'Sein_ Vorbild war lediglich Coreggio, und an ihn 
erinnert er mithin glücklich in den Gesichtern und vielen einzel- 
nen Gestalten, weniger aber im lGanzen, welches nicht so gut 
ausgesonnen, und im Colorit, das in den Wandmalereien etwas 
matt ist. Gewöhnlich kümmert er sich wenig um Zeichnung, 
so dass er, zwei Altarbllder bei den Theatincrn zu S. Pier di 
Arena ausgenommen, desshali) fast in jeder andern Arbeit-geta- 
Vdelt wird. In Verkiirzungen und fliegenden Gewändern ver- 
fällt er zuweilen in das Gezwungene und minder Natürliche. 
Bei dem allen: hat er etwas Anloekendes und Haltendes, ist 
eigenthümlich seltsam, neu, in Oel ein kräftiger, saftiger, im 
Fleisehe besonders wahrer Colorist. Mit diesen Vorzügen tritt 
sein heil. Michael in der Madonna delle Vigne unter den Ge- 
mälden jener Kirche hervor; und gewöhnlich hält er mit jenen 
Venedigern Schritt, an welchen Munterkeit und gute Tinten 
die ungenaue Zeichnung entschuldigen. Er arbeitete viel in 
Turin und Marseille, noch mehr daheim in den besten Palästen,
        

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