Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298730
Baldige 
Erhebung 
der 
Malerei. 
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Stadt geht, entweder nicht zu vollenden, oder seine Schüler 
vollenden zu lassen. Diese Ungeduld abgerechnet, ist er ein 
grosscr Künstler und vieler treiiliehein Eigenschaften wegen 
empfehlungsiverth, wie glücklicher Anordnung grosser Hand- 
langen, einer oft an die römische Schule rührenden Zeichnung, 
Lebhaftigkeit der Köpfe, Colorits in Oelbildern, Nachahmung 
bald dieses, bald jenes Musters. Sehr raffaeilisch ist er in 
einem heil. Bernhard in S. Vineenzio zu Piacenza; earavag- 
giseh in einem heil. 'l'homas di Villanuova zu S_. Agostino in" 
Genua; im Dom zu Sarzana, wo er den Mord der unschuldi- 
gen Kindlein malte, und in der erzbischöilichen Bildersammluug 
zu Mailand, wo ein Jesuskind von ihm sich befindet, ist er 
Guidoüs Anhänger; anderwürts wieder des Annibal Caracei 
und jener Schule. Er gefüllt", so oft er will; und besonders 
wollte er es in der Kirche der Augustinerinnen zu Genua, Wo 
er S. Paul, den ersten Einsiedler, darstellte, dessen vom Abt 
Anton gefundenem Leichname ein Löwe in jenem einsamen Ge- 
büsch ein Grab gräbt; ein staunensiverllies YVcrk! In Samm- 
lungen fehlten nicht an Bildern von ihm. Zu Sarzana im 
Hause des March. Remedj, das zugleich der herzlichsten und 
grossmüthigsten Gastlichkeit Haus ist, so wie in andern dort 
und im Gebiete habe ich manches gesehen. Seine lilaqonncn 
haben meistens dieselben Züge, nicht so ideale, wie die raf- 
faelischen, darum aber doch würdige und liebliche. 
Nach Paggißs Tode war Fiasella in Genua der erste 
Lehrer und ich zähle seine berühmtesten Schüler auf. Um mit 
seinem Verwandten zu beginnen, Gio. Batista. Casone, den 
Orlandi in Carlone verwandelt hat, bemerkeich, dass die- 
ser wenig in Genua arbeitete. Nach dem Bilde delle Vigne. 
zu urtheilen, einer Madonna unter mehrern Heiligen, behielt 
er Fiaseilafs Geschmack bei und suchte ihn in den Tinten 
zu kräftigen. Gio. Paol Oderico , ein edler Genueser, 
malte stets mit F leiss gewählte Formen in kräftigem, saftigem 
Colorit. Die scolopisehen Väter haben von ihm den wachhal- 
tenden Engel als Altarbild, ein Jugcndwerk, das aber einen 
tüchtigen Künstler verspricht! In Sammlungen sind auch Com- 
positionen von ihm; nach Soprani jedoch ist er selten und 
unter die Kostharen zu stellen. Nicht so selten waren seine 
Bildnisse, für welche er ganz besonderes Talent und häufige
        

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