Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298711
III. 
Baldige 
Erhebung 
der 
Malerei. 
269 
kamen Salimbeni, Sorri und mit ihnen Agostino Tassi 
hin. Die zwei Letzten hielten sich sehr lange auf, arbeiteten 
und lehrten; ausser ihnen noch Ghissoni," ebenfalls ein Sie- 
ner von einigem Verdienst  Albertirs Schüler in Rom und 
Wandiualer in einem aufgeweckten und fröhlichen Style. Kurze 
Zeit verweilte dort Simon Vouet, doch nxalte er einige 
Altarbilder, vorniimlich die Kreuzigung in S. Ambrogio, die, _ 
nach ScpranPs Ausspruch, so grossen Künstlers würdig war. 
Den meisten Vortheil zog aber Genua damals von Rubens; 
und Vandyek, derer Erster sehr schöne Altarbilder, reiche 
(ieschichtbilder in Bürgerhiiusern hinterliess, der Zweite eine 
Ivlenge lebendiger und sprechender Bildnisse daselbst malte. 
Gio. Rosa, der Flamänder, den ich schon in Rom erwähntef 
wo er sich bildete, liess sich dort nieder; ein grosscr Nachah- 
mer der Natur in allem Anlnuthigen, besonders in Thieren! 
Er starb in Genua und liess seinen Landsmann und Schüler 
Giacomo Legi dort, von welchem auch schützbare "l'hier-, 
Blumen- und Fruchtstücke übrig sind, jedoch nicht viele, weil 
cr sehr jung starb. Lange verweilten dort auch der deutsche 
Gottfried Waals und der Römer Gio. Batista Primi, 
Beide Tassiis Schüler und verdiente Landschafter; ferner 
Cornelius Wael und Vincenz llialö, Flamänaler, ge- 
schickt in Schlachten, Landschaften, artigen Bildern, der Zweite 
auch in Altargeniiilden. Kürzere Zeit mussten einige andere 
Flamiinder dort weilen, von welchen ich in einigen Palästen 
sehr grosse auf Leinwand an Ort und Stelle, wie es scheint, 
gemalte Bilder gesehen habe, Auch diese rechne ich unter die 
neuen Förderer einer Schule, die mehr durch Schauen, als Hören 
gedieh.  
Und so begann die in wenig Jahren mit neuen lliustcrn 
bereicherte genueser Jugend eine fast neue Laufbahn, und wen-- 
dcte sich einem kräftigem, dreistern Style zu, als dem bisheri-l 
gen. Gar Viele auch, welche daheim ihre Lehrjahre begonnen 
hatten, beschlossen sie in Panne, Florenz, Rom und versorgten 
ihre Vaterstadt mit verschiedenen amlcrn ausländischen Erzeug- 
nissen. So hatte Genua im siehzehnten Jahrhundert in der 
Malerei zwar kein so gleichmässigesl gewähltes und ideales Ge- 
Pfäg, wie früher, wol aber eine Menge tüchtiger Künstler, be- 
sonders vortreffliche Bildnismaler und Coleristen, so dass es
        

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