Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296185
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
kann. Dies Ganze ist nach Art der Maler des funfzehnten 
Jahrhunderts, besonders der venediger, die er vielleicht in 
Bologna einführte und die bis zu Francia und seiner Schule 
dauerte; zumeist nicht sonderlich mannichfaltig, ausgenommen 
etwa ein Engelchen an den Thronstufen, bald mit, bald ohne 
Cither. Der Styl ist nicht lieblich und leicht aufstrebend, wie 
in Mantegna, ja er zieht sogar etwas in das Plumpe, be- 
sonders in der Zeichnung der Fiisse; ist daher minder gerad- 
linig und loser in den Falten, und in der Farbenwahl vielleicht 
einstimmigen Das Nackte ist gesucht, wie bei Signorelli 
und andern Gleichzeitigen; die Figuren und Beiwerke sind äu- 
sserst ileissig ausgeführt. Marco verzierte auch Giebel sehr 
schön. In dieser Gattung war sein Gefährte und Nachahmer 
Jacopo Forti, welchem man eine Madonna auf Kalk zu 
S. Tommaso auf dem Markte beilegt. In Malvezzi's Samm- 
lung wird ihnreine Kreuzabnahxne 'U. H. zugeschrieben; ein 
Werk, welches den Fortschritten jenes Jahrhunderts nichtan- 
gemessen ist. Dasselbe kann man von vieleh andern um die- 
selbe Zeit in derselben Stadt gemalten sagen, welche gegen 
Ende des Jahrhunderts wenig gute Künstler hatte. Daher lud 
Gio. Bentivoglio, der damals in Bologna herrschte, als er 
seinen Palast versehönen wollte, der, wäre das Glück ihm 
günstig gewesen, einst das Hoflager von Romagna geworden 
wäre, aus Ferrara und Modena mehrere Künstler ein, die ei- 
ncn bessern Geschmack in Bologna verbreiteten und Fran- 
ciafs grossem Geiste Anlass gaben, sich auch in der Malerei 
zu entwickeln, wie wir sogleich sehen werden.  
Dieser, dessen wahrer Name Franeeseo Raibolini 
ist, wurde für den ersten Mann jenes Jahrhunderts gehalten 
und gepriesen, sagt Malvasia; und hätte dazusetzen sollen 
in Bologna, wo Viele so meinten, indem er dort, nach Vasa- 
ri's Zeugnis, "für einen Gott gehalten wurde". Das Wahre an 
der Sache ist, dass Francia in der Goldschmiedekunst der 
Trefflichste war; wesshalb die mit seinem Stempel bezeichneten 
Münzen und Denkmünzen denen des Mailänders Caradosso 
gleichgesetzt wurden; auch war er treiilicher Maler in dem so- 
genannten alterthümlieh neuen Style, wie man in mehrerenBil- 
dersammlungen sehen kann, wo seine Madonnen neben denen 
von Pietro Perugino und Gian Bellini tstehen. Diesen
        

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