Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298683
266 
Oberitalien. 
Fünftes Buch. 
Die genlueser Schule. 
Von Lsciner Hand ist lin S. Girolamo eine Madonna mit dem 
tadten Christus nebst den heiligen Michael und Andreas; die 
ISarbe ist wahr, die Köpfe sind wie von einem guten Natu- 
ralisten gezeichnet, das Nackte ist wohl verstanden, die Um- 
risse heben sich genau und bestimmt vom Grunde ab. Er 
hätte wol seinen Styl auch nach verbessert, ergab sich aber 
dem Handel, wo er statt Reiciithums seinen Untergang fand 
und inrGefängnis vor Verdruss starb. , 
Gio. Batista Paggßwron Geburt Patrizier, ward, trotz 
seines Vaters Vllinlerstrebexx, von einem starken frühzeitigen 
Hange zur Malerei hingetrieben. Indessen genoss er auch 
einer wissenschaftlichen Bildung und die Poesie half ihm in 
der Felge viel in Erfindung, die Philosophie im Ausdruck, die 
Geschichte in Behandlung der Gegenstände. Zu seinem Lobe 
ürntete er rielleicht weniger Sonette von Dichtern, aber mehr 
Stixnmenvon Malern. Er war von Cambiaso in 591mm 
ersten. Knnstübiulgen geleitet werden, welche in helldunkeli; 
Zeichnungen alter Basreliefs bestanden, um einen wahren Be- 
griff des Schönen. zu bekommen und desto besser sich an der 
Natur zu üben. ln Bleizeichnungen geschickt, lernte er un- 
schwer und beinahe aton selbst die Kunst zu eoloriren und ohne 
mündliche Anweisung, aus Büchern, Bauten- und Fefnllllgma- 
lerei. Als er sich einen Namen zu machen anfing, musste er 
eines Mordes halber seine Vaterstadt verlassen, und hielt sich 
ungefähr zwanzig Jahre in Florenz auf, wo ihn der Hof Schütztg 
und stets ihm zu thun und zu verdienen gab. Dort blühten 
damals treliliohe Geister und C ig 0 l i , wie die gesammte 
Jüngerschaft, wendeten sich von dem matt gewordenen vater- 
liindischen Style zu dem blühenden und kräftigen lombardischen. 
Paggi brauchte nicht, gleich den Uebrigen, seinen Styl zu 
kräftigen, wie sich aus den Arbeiten ergiebt, die er bald nach 
seiner Ankunft in Florenz lieferte. Man hat noch von ihm 
eine heilige Familie und ein anderes Bild in der Engelkirche; 
und inrKloster der S. hierin Novella eine That der heü, 
Katharina von Siena. Die Heilige befreit einen Verdammten, 
und es ist ein reiches, mit schönen Bauwerken vcrziertes, 
sehr mannichfaltiges und klergestalt ausgcführles Wlerk, dass 
ich es allen übrigen dieses Klosters habe verziehen ge-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.