Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298655
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Zeitraum. 
Perino 
und 
seine 
Jünger. 
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wiedererhalten zu haben; so hatte er sich seines Styls bemäch- 
(igtl ludess hatte er auch sich ein Verfahren im Wandmalen 
gebildet, worin er, wenn ich nicht irre, alle Vorgänger und 
Nachfolger seiner Schule übertrifft, Carloni ausgenommen. 
Dies ist ilämlich eine saftvolle, lebhafte, mannichfaltige Farbe,  
llie auch aus grosser Ferne die Gegenstände als nahe verführt  
und die ganze Geschichte wie auf einer wohlbelcuciltcten 
Bühne in liobliehetn und glänzendem Schmelz! darstellt. Zu- 
weilen möchte man etwas mehr Vfeichheit wünschen; meistens 
aber sind die Bilder wie in Oel gemalt. Die Empore des 
Doms, wo er die Schutzheiligen der Stadt darstellte, beson- 
ders den heil. Lorenz, aus dessen Leben er auch einige Fjreig- 
nisse uralte, ist sein schönstes öffentliches Werk. Bedeutend 
ist auch die Antlitzseite des Zollhauses, wo er den Drachen- 
tödrer Georg. malte, darüber und darunter sehr viele andere 
Figuren berühmter Bürger, Tugenden, Genien mit Schiifwerk- 
Zeugen und Feindesbeute, worunter einige wie von Por de- 
none gemalt scheinen. Diese grosse Arbeit steht über dem 
Meere, dessen Salz sie zwar verletzt, aber doch nicht über- 
wältigt hat. In mchrern andern Kirchen, Palästen und Land- 
häusern sind Arbeiten von 'l'uvarone übrig, Geschichten, Fa- 
beln, sinnreiehe Zusammenstellungen, oft so wohl erhalten, dass 
es aussieht, als wären nur soeben erst die Gerüste niedergeris- 
scn und die Leitern weggenommen, wo der Künstler auf- und 
niederstieg. Glück für seinen Ruf, wenn es weniger und alle 
gleich fleissig ausgeführt gewesen wären! Man zeigt auch Oel- 
gcmiilde von ihm, doch weniger und minder verdienstliche, als 
Wandgemälde.  
Cesare Corte war aus Pavia gebürtig. Sein Vater 
Vülerio, Sohn eines paveser Herrn in Venedig, uralte unter 
Tiiiarfs Leitung treilliche Bildnisse, kam mit dieser Ge? 
Sßliicklichlreit nach Genua und licss sich dort nieder. Er blieb 
dllselhst bis an seinen Tod, der ihn ganz verarmt traf,_weil er 
Alles mit alehyxnistischen Versuchen vergeudet hatte. Er war 
Cambiasws vertrauter Freund gewesen, dessen Leben er ge- 
schrieben und dem er die Leitung seines C es a r e iiberlassen hatte. 
Dieser kam dem Vater nicht gleich, üherfliigelte aber grossen- 
theils seine Mitschüler. Von seiner Hand ist in S. Picro der 
Schutzheilige zu Füssen U. L. F. mit mehrern Engeln; ein
        

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