Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1298638
Zweiter 
Zeitraum. 
Perino 
und 
seine 
Jünn 
Dlfr. 
261 
lloms lllustem gebildeter Geschmack war, wie gesagt, dem des 
Luca sehr verwandt, wie man in der lliatthüxxskirche sehen 
kann, wo Beide malten. Dort bemerkt man den sich schon zum 
Handwerklichen hinneigenden raffaelischen Styl; doch ist 
er nicht so manierirt, wie der in Rom unter Gregorius und 
Sixtus herrschende. Kenner sehen in Cambiaso mehr Gc- 
nius und zierlichere Zeichnung, in Hergamasco mehr Fleiss, 
Gründlichkeit des Wissens und Colorits, so dass er manchmal 
eher aus der vcnediger, als römischen Schule abzusta-mmen 
scheint. Indess müssen Beide bei solcher Uelzereinstimmung 
und Verbrüderung einander unterstützt und, auch wo sie ne- 
llen einander arbeiteten, jeder seine Arbeit vollendet und mit 
Seinem Namen bezeichnet haben. So stellte Lu ca in der Nun- 
Ziata di Portoria an den YVünrlen das Laus der Seliger: und Ver- 
dammten am jüngsten Gericht dar; G io. Batis ta am Decken- 
gewölbe den Richter, der in einer herrlichen Engelglorie die 
Auserwählten zur Seligkeit cinladet. Er steht in einer Gebürde 
und mit einem Antlitz da, dass man das "Kommt ihr Ge- 
Segneten" zu hören meint, das mit grosscn Zügcn verschmol- 
zen ist. Es ist ein höchst ileissiges Gemälde, im Vergleich 
mit welchem man ven Luca's Scitenbildern sagen möchte, er 
Sei darüber eingeschlafen; so sehr stehen sie ihm an Zusam- 
mensetzung und Ausdruck nach. Sonst hat er lldehreres allein 
gemalt, wie den heil. Hieronymus in S. Franccsco zu Ca- 
stelletto unter mehrern beim Anblick eines Löwen in Furcht 
geSCtzten Mönchen; und den heil. Sebastian in seiner Kirche, 
als er zum Martyr gekrönt ward; ein figurcnreiches, durch- 
aus fleissiges und über alP mein Lob erhabenes Bild. Er 
hat in Genua andere Bilder auf Holz gemalt und stets leb- 
haften Geschmack, besonders in den Gesichtern, einer; pracht- 
vollen in Baulichkeiteu, schönen Farbenauftrag, kräftiges 
Hellduukel bewährt, so dass man bedauern muss, dass er" so 
Wenig in Italien berühmt ist. Wieileicht hinderten ihn an 
C-abinetstücken die vielen Wandmalereien in Genua, deren 
reichste im Palast Grillo ist: ein mit Grottesken ausgemaltcr 
Siinlengang und ein Saal, dessen Decke das dem Acncas von 
der Dido bereitete Gastmal darstellt; schöne Arbeiten, die 
Gfcttcsken zumal, aber nicht so {leissigl Dieser Maler ver- 
lebte seine letzten Jahre als lrlüflllülßf in llladrid, Wülllll nach
        

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